Bahnradsport Weltcup in Hongkong

Dritter Weltcup in Hongkong ohne deutsche Podiumsplatzierung

- Maximilian Beyer und Robert Förstemann enttäuschten

Aus deutscher Sicht war der dritte Weltcup-Auftritt in Hongkong als recht bescheiden zu bezeichnen. Nach dem grandiosen Auftakt in Cali mit fünf Siegen und den folgenden drei Erfolgen in Cambridge, standen die Athletinnen und Athleten des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) in Hongkong mit vollständig leeren Händen da.

Ein auf den ersten Blick ernüchterndes Ergebnis, auch wenn Kristina Vogel und Miriam Welte oder Joachim Eilers, Max Niederlag oder Maximilian Levy im deutschen Aufgebot fehlten. Da aber auch andere Top-Nationen nicht mit der besten Besetzung am Start erschienen, durfte man schon auf zumindest einige Podiumsplatzierungen hoffen.

Das Hauptaugenmerk lag aber vor allem auf die beiden Vierer des BDR, die noch für die besten Ergebnisse sorgten. Aber auch Maximilian Beyer und Anna Knauer als Teilnehmer der Omniumwettbewerbe standen im Blickpunkt, konnten aber beide mit ihren Leistungen nicht überzeugen. Dagegen schickte der BDR mit Emma Hinze und Pauline Sophie Grabosch in den Kurzzeitdisziplinen zwei ganz junge Fahrerinnen ins Rennen, die hier erst einmal Erfahrungen sammeln sollten. Bei den Männern setzte der BDR in diesem Bereich auf Erfahrung und hatte Erik Balzer, Robert Förstemann und Tobias Wächter aufgeboten.

Der Vierer der Männer fuhr in der Qualifikation unter 17 Teams in der Besetzung Henning Bommel, Leif Lampater, Leon Rohde und Domenic Weinstein mit guten 4:02,687 Minuten auf den vierten Platz hinter Australien, Dänemark und Italien, wobei die Australier ebenso wie die Dänen nicht in Bestbesetzung fuhren. In der 1. Runde fuhr der deutsche Vierer mit Nils Schomber anstelle von Leif Lampater gegen die Australier, die in 3:56,517 Minuten klar den Lauf gewannen, aber Bommel & Co. steigerten sich auf 4:00,322 Minuten, so dass sie dennoch als Viertschnellste weiterkamen und im Kampf um Bronze gegen Großbritannien anzutreten hatten. Die Briten siegten aber knapp in 3:59,706 Minuten vor dem deutschen Vierer, der im kleinen Finale wieder mit Leif Lampater diesmal für Henning Bommel in 4:00,608 Minuten den undankbaren vierten Platz belegte, während Australien das Finale um Gold vor Dänemark gewann.

Doch der vierte Platz hatte auch etwas Gutes: mit diesem Ergebnis hat man sich wieder die Teilnahme an den kommenden Olympischen Spielen in Rio de Janeiro nach jahrelanger Abstinenz gesichert. Es bleibt für Bundestrainer Sven Meyer noch eine Menge Arbeit in den nächsten Wochen und Monaten, um die 4-Minuten-Marke zu knacken und damit eine reelle Medaillenchance zu haben. Derzeit sind besonders die Australier und Briten mit ihrem riesigen Fahrerpotenzial noch ein gutes Stück voraus und scheinen fast unschlagbar.

Ebenfalls einen großen Schritt in Richtung Olympia machte auch der Damen-Vierer in Hongkong. Zunächst fuhren Stephanie Pohl, Charlotte Becker, Mieke Kröger und Gudrun Stock in 4:32,511 Minuten auf Platz 7 unter 14 Mannschaften, um sich dann in der 1. Runde gegen Italien durchzusetzen. Allerdings reichte die Zeit von 4:32,689 Minuten nur für das Finale um Platz fünf, in dem sie sich aber trotz leichter Steigerung auf 4:31,907 Minuten gegen Neuseeland geschlagen geben mussten. Mit dem erzielten 6. Platz aber haben die deutschen Frauen sich aber dennoch die Chance erhalten, auf den Olympiazug aufzuspringen.

Während Charlotte Becker – im Scratchrennen allerdings nur 13. - und Henning Bommel aus Berliner Sicht zufrieden sein konnten, gilt das weniger für Robert Förstemann und Maximilian Beyer, die in Hongkong nicht die besten Leistungen abrufen konnten und damit ihre Chancen auf WM- oder Olympiateilnahme zum Teil schon verspielten. Im Teamsprint fuhren Erik Balzer, Robert Förstemann und Tobias Wächter nur 44,705 Sekunden und erreichten damit den enttäuschenden 10. Platz unter 17 Teams und auch in der Qualifikation zum Sprint lief es für Robert Förstemann mit nur mäßigen 10,128 Sekunden nicht besser, womit er auf Platz 14 landete. Als er im darauf folgenden Sechzehntelfinale gegen seinen Landsmann Erik Balzer das Nachsehen hatte, war für ihn bereits Endstation.

Maximilian Beyer konzentrierte sich in Hongkong voll auf das Omnium, das für ihn aber mit dem 11. Platz wenig zufriedenstellend endete. Nach einem guten 5. Platz im Scratch folgte in der Einerverfolgung ein 9. Platz und im Ausscheidungsfahren Platz 14, der ihm nicht mehr allzu viele Chancen für den zweiten Tag beließ. In beiden Zeitfahren über 1000 m und den 250 m mit fliegendem Start holte er nur den 16. bzw. 15. Platz heraus, so dass er vor dem abschließenden Punkterennen über 40 km nur 92 Punkte auf dem Konto hatte und ein Podiumsplatz nicht mehr möglich war. Er zählte im letzten Wettbewerb zu den vier Fahrern, die zwar eine Runde gewannen, aber damit konnte er sich nur noch um einen Platz verbessern, während es an der Spitze noch einen heißen Dreikampf gab, den der Franzose Thomas Boudat vor dem Dänen Lasse Norman Hansen und Artyom Zakharov aus Kazachstan für sich entschied.

Auch im Omnium der Frauen gab es für den BDR eine bittere Enttäuschung durch Anna Knauer, die mit dem Ausgang des Rennens in keiner Phase etwas zu tun hatte und am Ende nur auf Platz 23 mit mäßigen 39 Punkten landete und damit Vorletzte wurde. Zwischen ihr und der Siegerin Laura Trott aus Großbritannien, die mit 188 Punkten vor der US-Amerikanerin Sarah Hammer mit 170 Punkten gewann, lagen Welten.

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 07 April 2016 06:43
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