Berliner Robert Förstemann holt Silber bei EM

- Aussichtsreiche Charlotte Becker bleibt ohne Medaille-

Am ersten Tag der Bahn-Europameisterschaften kamen von den vier Berliner Teilnehmern gleich drei zum Einsatz: neben Charlotte Becker und Theo Reinhardt in der Mannschaftsverfolgung war es Robert Förstemann im Teamsprint an der Seite von Maximilian Levy und Joachim Eilers und hier wollte der Routinier mit seinem immensen Oberschenkelumfang noch einmal seine Klasse beweisen und vor der eigenen Haustür in die Medaillenränge fahren.

Das gelang dem starken Anfahrer auch, der mit seinen Teamkameraden in der Qualifikation hinter Frankreich und Polen die drittbeste Zeit mit 43,573 Sekunden erzielte, um dann in der 1. Runde gegen Großbritannien sich mit einem Sieg auf 43,254 Sekunden zu steigern und das Finale um Gold gegen die favorisierten Franzosen zu erreichen. Haargenau diese Zeit fuhren dann die Franzosen im Finale und distanzierten die Deutschen, die etwas langsamer waren und 43,337 Sekunden realisierten, auf den Silberrang. Nach Bronze im Vorjahr war nun Silber im heimischen Velodrom noch einmal ein Highlight für den Routinier aus Berlin, der seinen Start allemal rechtfertigte.

Weniger glücklich verlief die Mannschaftsverfolgung der Frauen für Charlotte Becker, die mit Lisa Brennauer, Lisa Klein und Gudrun Stock zunächst eine ganz starke Qualifikation mit einer Zeit von 4:25,355 Minuten fuhr und auf Platz drei unter den acht Teams landete. Damit verbesserten sie den drei Jahre alten deutschen Rekord um mehr als vier Sekunden, um dann in der ersten Runde im Kampf gegen Großbritannien ein Desaster zu erleben. Nach der Hälfte der Distanz gut im Rennen liegend mit toller Zwischenzeit und mit einer Medaille im Visier kam es zu einem folgenschweren Sturz von Lisa Brennauer, dem Charlotte Becker und Lisa Klein ebenfalls zum Opfer fielen. Sie hatte das Hinterrad von Gudrun Stock leicht touchiert, die als einzige auf dem Rad blieb. Damit war das Aus bei dieser Europameisterschaft besiegelt und Lisa Brennauer hatte es dabei am ärgsten erwischt: mit heftiger Prellung im Gesicht und Schürfwunden saß sie später enttäuscht im deutschen Fahrerlager und bedauerte, dass sie zu nah ans Hinterrad gefahren war und dann stürzte. Enttäuscht war auch Charlotte Becker, die sich bei ihrer Heim-EM noch einmal einiges vorgenommen hatte und nun versuchen will, im Punktefahren ein gutes Ergebnis zu erzielen.

Für den Vierer der Männer mit dem Berliner Theo Reinhardt, der an der Seite von Youngster Felix Groß, Kersten Thiele und Domenic Weinstein mit guten 3:59,730 Minuten in der Qualifikation den vierten Platz hinter Frankreich, Italien und Russland herausgefahren hatte, gab es in der ersten Runde gegen Titelverteidiger Frankreich eine Niederlage trotz Steigerung auf 3:57,676 Minuten, aber die Franzosen Thomas Denis, Corentin Ermenault, Florian Maitre und Benjamin Thomas waren mit 3:56,207 Minuten schneller, so dass der deutsche Vierer um Bronze gegen Russland fahren musste. In diesem Lauf ersetzte Nils Schomber dann Kersten Thiele, aber gegen die entfesselten Russen Alexander Evtushenko, Mamyr Stash, Dmitrii Sokolov und Aleksei Kurbatov hatten sie am Ende keine Chance und mussten mit dem undankbaren vierten Platz vorliebnehmen. Gold ging an Frankreich, die im Finale Italien bezwangen, deren Frauen sich den Titel gegen Großbritannien holten.

Mit 1.600 Besuchern konnte man am ersten Tag der Europameisterschaften durchaus zufrieden sein und die Entscheidungen am Wochenende lassen weitere, spannende Wettkämpfe erhoffen, die für guten Zuschauerzuspruch bei durchaus vertretbaren Eintrittsgeldern sorgen sollten. Auf ins Velodrom, ein Besuch lohnt sich allemal!

 

Bernd Mülle

   

 

  

 

Letzte Änderung am Freitag, 20 Oktober 2017 12:07
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