Charlotte Becker verpasst mögliche Medaille

- Für Maximilian Beyer war im Ausscheidungsfahren mehr drin –

Am zweiten Tag der Bahn-Europameisterschaften im Berliner Velodrom kamen mit Charlotte Becker im Punktefahren und Maximilian Beyer im Ausscheidungsfahren wieder zwei Athleten für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) zum Einsatz, die in Berlin beheimatet sind und ihren sogenannten Heimvorteil nutzen wollten. Die von ihrem Sturz am Vortag in der Mannschaftsverfolgung nur wenig beeindruckte Charlotte Becker fuhr im Punktefahren ein Rennen mit Übersicht, sich aus den vielen Positionskämpfen heraushaltend, um einer möglichen Sturzgefahr aus dem Wege zu gehen. Das Fahren im Pulk ist nicht unbedingt ihr Ding, aber dafür macht ihr kaum eine Gegnerin in puncto Taktik etwas vor.

In dem von der starken Dänin Trine Schmidt geprägten Rennen über 25 km mit 10 Sprints zählte die Berlinerin zu den sechs Fahrerinnen, die einen Rundengewinn herausfuhren und damit konnte sie zusätzlich 20 Bonuspunkte auf ihrem Konto verbuchen. Da sie sich aber aus den Sprints heraushielt und lediglich in der fünften Wertung als Zweite auf dem Weg zum Rundengewinn punktete, blieb für sie am Ende der sechste Platz mit 23 Punkten übrig, der aber dennoch aller Ehren wert war. Überragend wurde das Rennen von der Dänin Trine Schmidt gestaltet, die als einzige zwei Rundengewinne vollzog und damit auf die stolze Punktzahl 62 kam, die zum unangefochtenen Europameistertitel führte. Der zweite Platz ging an die Russin Gulnaz Badykova mit 31 Punkten vor der Weißrussin Tatsiana Sharakova mit 29 Punkten, die am Ende Bronze gewann und dabei punktgleich mit der Norwegerin Anita Yvonne Stenberg (4.) war. Die weiteren Medaillen hinter der Dänin waren also hart umkämpft, was auch der fünfte Platz der Tschechin Jarmila Machacova unterstrich, die mit 28 Punkten nur einen Zähler weniger erzielt hatte.

Mit großer Zuversicht ging der Berliner Maximilian Beyer in das Ausscheidungsfahren, wo man durchaus die erste Medaille für den BDR im Ausdauerbereich im Visier hatte. Er fuhr zunächst taktisch sehr klug, stets die Übersicht behaltend, so dass man den Eindruck hatte, dass er das Rennen auf seiner ihm bestens bekannten Heimpiste im Griff zu haben schien. Aber in einem mit harten Positionskämpfen ausgetragenen Rennen ist es oftmals nur eine kleine Situation, die zum Nachteil werden kann. So war es auch im Falle des Berliners, der sich beim Glockenzeichen zur Ausscheidungsrunde verschätzte, keinen Ausweg mehr aus seiner misslichen, eingeklemmten Position fand und ausscheiden musste. Der Sieg ging schließlich an den jungen Belgier Gerben Thijssen vor dem Russen Maksim Piskunov und dem überglücklichen Portugiesen Rui Oliveira, während für Maximilian Beyer nur der 13. Platz unter 20 Startern übrig blieb.  

Dennoch sollte sich der Berliner nicht grämen, denn er bekommt am Samstag im Punktefahren über 40 km eine zweite Chance, die er dann eventuell nutzen kann. In der Hoffnung, dass er seine Enttäuschung nach seinem Mißgeschick beim Ausscheidungsfahren überwunden hat, sollte Maximilian Beyer die Gelegenheit beim Schopfe packen und nach seinem dritten Platz bei den Weltmeisterschaften 2015 in der gleichen Disziplin für eine weitere internationale Medaille gut sein.

 

Bernd Mülle   

 

Foto: C. Becker  

 

  

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