Zwei Berliner bei Bahn-EM des Nachwuchses in Anadia

- Calvin Dik und Moritz Malcharek mit Achtungserfolgen –

Berlins derzeit bester Nachwuchsfahrer der Juniorenklasse Calvin Dik vom RSV Werner Otto hatte in Anadia in Portugal seinen ersten internationalen Auftritt, den er als Fahrer des jüngeren Jahrgangs mit Bravour meisterte. Dabei wurde er in drei Disziplinen eingesetzt, in denen er jeweils mit Platz 7 im Madison an der Seite von Nils Weispfennig vom RSV Edelweiß Oberhausen, Platz 9 im Omnium und Platz 11 im Scratch Ergebnisse erzielte, die sich sehen lassen konnten.

„Ich bin zufrieden mit meinen Leistungen und habe wichtige Erfahrungen bei meinem ersten internationalen Einsatz sammeln können“, sagte Calvin Dik nach seiner Rückkehr aus Portugal. Er kann auch noch im nächsten Jahr als Fahrer des jüngeren Jahrganges an der EM teilnehmen und dann seine Erfahrungen ausspielen. In diesem Jahr reichte es für ihn im Scratchrennen „nur“ zum 11. Platz, nachdem er das Rennen mit offensiver Fahrweise angegangen war und dabei zuviel investierte, so dass am Ende etwas die Luft raus war.

Gut lief es für Calvin Dik beim Omnium, wo er unter den 20 Platzierten mit dem 9. Platz hervorragend abschnitt. Auch hier wurde ein Scratchrennen gefahren und da hatte der Berliner eine bessere Taktik parat und landete auf dem dritten Platz, wenngleich er bei den anschließenden Temporunden mit Platz 15 die gute Ausgangslage wieder verspielte. Im Ausscheidungsfahren, versehen mit etlichen Stürzen, kam er dann auf Platz 14 ein, so dass er auf Position 12 in das abschließende Punktefahren ging. Hier konnte er sich dann noch auf Platz 9 verbessern, wozu ein erzielter Rundengewinn beitrug, den insgesamt sieben Fahrer erzielt hatten.

Mit seinem Partner Nils Weispfennig erzielte Calvin Dik im Madison über 30 km noch einen guten 7. Platz unter 15 Teams, wobei sie aber in den 12 Wertungssprints nur sechs Punkte erzielten und damit trotz Rundengleichheit mit den Zweitplatzierten Daniel Babor/Daniel Rybin aus Tschechien keine Chance auf eine Podiumsplatzierung hatten. Die Sieger aus Belgien, Fabio van den Bossche/Nicolas Wernimont, waren die einzigen, die in dieser Disziplin einen Rundengewinn herausfuhren. 

Vom 23. bis 27. August 2017 finden in Montichiari (Italien) die Bahnweltmeisterschaften der Junioren und Juniorinnen statt und auch hier wird der junge Berliner seine Visitenkarte abgeben. Im Aufgebot der Ausdauerfahrer steht mit Juri Hollmann vom RSC Cottbus ein weiterer Fahrer, der seine Laufbahn in Berlin beim BRC Zugvogel begonnen hat.

Mit Moritz Malcharek, der ebenfalls dem RSV Werner Otto angehört aber seit dieser Saison für das LKT Team Brandenburg in die Pedalen tritt, war ein zweiter Berliner in der Altersklasse U 23 in Portugal am Start, der ebenfalls für drei Disziplinen nominiert wurde und dabei durchaus ansprechende Ergebnisse erzielte. Im Scratchrennen gehörte der Berliner zu einer erfolgversprechenden Führungsgruppe von 7 Fahrern, die mit einer halben Runde Vorsprung führten, um dann vier Runden vor Schluss des Rennens eingeholt zu werden. Die Karten wurden neu gemischt und Moritz Malcharek fand sich am Ende auf dem 11. Platz wieder, während der Weißrusse Yauheni Karaliok vor dem starken Dänen Niklas Larsen und dem Russen Maksim Piskunov den Sieg davontrug.

Im Punktefahren über 40 km erzielte der Berliner einen ausgezeichneten 6. Platz, wobei er zu den drei Fahrern gehörte, die immerhin zwei Rundengewinne erzielten. Nur drei zusätzlich erspurtete Punkte ließen aber für Moritz Malcharek keine bessere Platzierung zu. Gleich dreimal schaffte der überragende Däne Niklas Larsen dieses Kunststück und trug mit sensationellen 103 Punkten einen überlegenen Sieg davon. Der Brite Ethan Hayter erreichte mit zwei Rundengewinnen und 76 Punkten Platz zwei vor dem Iren Mark Downey, der ebenso wie Niklas Larsen dreimal die Überrundung schaffte, aber nur weitere 12 Punkte erspurtete und damit auf 72 Punkte kam.

Die Leistung von Moritz Malcharek an der Seite von Erik Schubert vom RSC Nordsachsen im Madison über 40 km unter den 14 teilnehmenden Teams war durchaus beachtlich, obwohl sie erst gegen Ende des Rennens durch die Siege in den beiden letzten Sprintwertungen mit doppelter Punktzahl in der Schlusswertung noch auf einen guten 6. Platz vorrückten. Gegen die siegreichen Belgier Lindsay de Vylder/Robbe Ghys, die ebenso wie die Drittplatzierten Roman Gladysh/Vitaly Hryniv aus der Ukraine einen Rundengewinn erzielt hatten, waren die beiden Deutschen aber letztlich chancenlos. Das Ergebnis ist für beide dennoch respektabel, wenn man bedenkt, dass sie gerade ihr Abitur bestanden haben und zuletzt auf der Straße bei der Oderrundfahrt unterwegs waren und somit nicht unbedingt von einer optimalen Vorbereitung gesprochen werden kann. „Wenn ich zu einer Europameisterschaft fahre, dann möchte ich auch möglichst eine Medaille holen“, gab der selbstbewusste Berliner zu verstehen, der immer versucht, das Optimale aus sich herauszuholen. Auch wenn letztlich kein Medaillenrang heraussprang, war er dennoch nicht enttäuscht und sieht schon wieder den nächsten Rennen optimistisch entgegen. Dabei stehen zunächst vom 28. bis 30. Juli 2017 das populäre „Rad am Ring“ auf dem Nürburgring und dann die „Cottbuser Cycling Days“ am 04. und 05. August 2017 auf dem Programm.

Bernd Mülle       

 

 

   

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