105. Berliner Sechstagerennen - Tag 2

Havik/Stöpler behaupten Führung nach 2. Nacht

- Berlins Nachwuchs dominiert die Rennen der U 17 -

Vor wieder sehr gut besuchten, aber nicht ausverkauften Zuschauerrängen gab es erneut Spitzensport im Velodrom zu sehen. Man blieb dieses Mal relativ gut im Zeitplan und die große Jagd, um ca. 23.00 Uhr angeschossen, wurde gegenüber dem Vortag von einem größeren, fachkundigen Publikum beobachtet. War es etwa das nachfolgende, spektakuläre Steherrennen um den „Esso“ Weltpokal, das noch viele Besucher sehen wollten oder einfach die Tatsache, dass das Wochenende bevorsteht?

Der Abend begann schon vor Zuschauereinlaß mit zwei Derny-Vorläufen des Ladies-Cup, die dann im Hauptprogramm das Finale der besten Zwölf ausfuhren, und dem Jugend Omnium, das wiederum als Punktefahren mit ebenfalls zwei Vorläufen ausgetragen wurde.

Beide Läufe wurden vom Berliner Nachwuchs durch Calvin Dik vom RSV Werner Otto und Fabian Dreier vom SC Berlin dominiert und auch im abschließenden Dänischen Punktefahren über 50 Runden gaben die Lokalmatadoren den Ton an.

Erneut war es Calvin Dik, der sich mit 43 Punkten gegen Elias Richter vom Marzahner RC 94, der 34 Punkte erzielte, als Sieger behaupten konnte. Für den starken Dänen Victor Fuhrmann Desimpelaere blieb mit 28 Punkten nur der dritte Platz übrig, während sein hoch eingeschätzter Landsmann Frederik Wandahl dieses Mal mit Rang 10 vorliebnehmen musste und dabei sogar die Berliner Fabian Dreier (6.), dessen Vereinskamerad Maurice Ballerstedt (7.) und Justin Winzer (9.) vom RC Charlottenburg vorbeiziehen ließ.

Vor dem heutigen Schlusstag liegen die Berliner Nachwuchsfahrer in der Gesamtwertung in Führung und sie werden sich mit den Dänen bestimmt ein messerscharfes Duell liefern. Der Vorsprung von Calvin Dik mit 90 Punkten gegenüber Elias Richter mit 70 Punkten und Victor Fuhrmann Desimpelaere mit 59 Punkten dürfte schon richtungsweisend sein, dahinter liegen punktgleich mit 51 Zählern Fabian Dreier und Frederik Wandahl. Beste weibliche Teilnehmerin ist Eleonora Schütz von der NRVg. Luisenstadt, die mit 13 Punkten auf dem 15. Platz liegt.

Am zweiten Tag des UIV-Cups setzten sich Manuel Porzner/Arne Egner als Sieger des 80 Runden Punktefahrens in Szene, während die Berliner Teams im Kampf um die Spitze keine Chance hatten und mit Erik Schubert/Moritz Malcharek als Beste den sechsten Platz belegten. Im finalen Madison aber überzeugte diese Paarung einmal mehr, als Moritz Malcharek mit einem fulminanten Spurt von der Spitze aus die letzte Wertung gewann und sein Team noch auf den dritten Platz katapultierte. Sieger wurden erneut Marcel Franz/Elias Helleskov Busk (LKT Team Brandenburg/Dänemark), die auch in der Gesamtwertung mit 63 Punkten relativ deutlich in Führung liegen. Hinter den Zweitplatzierten Manuel Porzner/Arne Egner mit 42 Punkten folgen Erik Schubert/Moritz Malcharek mit 40 Punkten auf einen ausgezeichneten dritten Platz, den es gegen starke Konkurrenz zu verteidigen gilt. In der gleichen Runde liegen auch die sich gut behauptenden Berliner Sebastian Schmiedel/Max Sommerfeld (10.) und Christopher Schulz/Jeremy Lendowski (13.), die allesamt für das KED-Stevens Rad Team am Start sind.

Den Sprintwettbewerb führt Robert Förstemann mit 31 Punkten knapp vor Erik Balzer mit 29 Punkten an, der erneut Förstemann im Sprintlauf um Platz 1 bezwingen konnte. Robert Förstemann war aber wieder der Schnellste im Rundenrekordfahren mit 12,611 Sekunden und hinter Pavel Kelemen Zweiter im Keirin, wo Balzer nur Dritter wurde.

Das beliebte Steherrennen verlief äußerst spektakulär, als der Führende Berliner Marcel Bartsch dem Tempo seines Schrittmachers nicht mehr folgen konnte und die Rolle verlor. Er kam völlig aus dem Tritt und verlor sogar gegen einen wie entfesselt fahrenden Manuel Cazzaro aus Italien eine Runde. Dieser hatte sich offensichtlich etwas zuviel zugemutet und war am Ende als Dritter gegen Stefan Schäfer und Robert Retschke machtlos, während für den Sieger des Vortages Marcel Bartsch diesmal nur der fünfte Platz übrig blieb. In der Gesamtwertung führt Stefan Schäfer mit 3 Punkten vor den punktgleichen Robert Retschke und Marcel Bartsch mit jeweils 6 Punkten.

Die Frauen begannen den Abend mit dem Derny-Endlauf, der von einer überragend fahrenden Anita Yvonne Stenberg aus Norwegen gewonnen wurde, die dann auch im anschließenden Punktefahren mit einem zweiten Platz überzeugte und etwas überraschend die Führung in der Gesamtwertung mit 10 Punkten vor der Favoritin Malgorzata Wojtyra aus Polen mit 11 Punkten übernahm. Die Polin hatte offensichtlich nicht den besten Tag erwischt und wurde im Dernyrennen Vierte sowie im Punktefahren nur Fünfte. Beeindruckend hier die Leistung der Irin Lydia Gurlie, die mit einer Alleinfahrt Punkte sammelte und am Ende überglücklich die Gratulationen entgegennahm.

Im Hauptrennen ließen sich Yoeri Havik/Nick Stöpler, Sieger in der Mannschafts-ausscheidung, nicht von der Spitze verdrängen. Durch eine zusätzliche Gewinnrunde aufgrund erzielter 100 Punkte liegen sie sogar mit 103 Punkten und Rundenvorsprung vor Roger Kluge/Marcel Kalz und Kenny de Ketele/Moreno de Pauw, siegreich in der kleinen Jagd, in Führung, denen aber zu Beginn der 3. Nacht ebenfalls eine Bonusrunde winkt. Bereits zwei Runden Rückstand haben die Sieger der großen Jagd Morgan Kneisky/David Muntaner und die Dänen Alex Rasmussen/Jesper Mörköv, während die nach wie vor sensationell fahrenden Briten Germain Burton/Mark Stewart mit drei Verlustrunden den 7. Platz einnehmen.

Zwei Leistungen von Fahrern der Maloja Pushbikers sind noch hervorzuheben: der Berliner Marcel Kalz erzielte einen Rundengewinn im Dernylauf und wehrte dann die Schlussangriffe von Mark Stewart und Jesper Mörköv, die in dieser Reihenfolge das Podium bildeten, souverän ab. Sein Teamgefährte Christian Grasmann fuhr genauso spektakulär im Scratchrennen, als er mit einem im Alleingang erzielten Rundengewinn sicherer Sieger wurde. Zuvor hatten Christian Grasmann und sein Partner Nico Heßlich schon die Wertungssprints zu Beginn des Abends gewonnen, während Roger Kluge/Marcel Kalz diese zum Ende der Nacht siegreich gestalteten und Sebastian Wotschke/Hans Pirius noch den zweiten Dernylauf auf Platz 1 beendeten.

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