24. Internationale kids-tour

 

Ein gelungenes Spiegelbild des Nachwuchses

- 24. Internationale kids-tour wurde von den Ausländern dominiert –

 

Im Vorfeld des größten europäischen Radsportevents für den Nachwuchs der Klassen U 13 und U 15 waren erhebliche Probleme zu lösen, um diese so wichtige Veranstaltung vor einem möglichen Aussterben zu retten. Insbesondere Dank des unermüdlichen Einsatzes des Cheforganisators Michael Lemke gelang es so zum Beispiel für die Schlussetappe kurzfristig eine geeignete Alternative mit dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf zu finden. Bekanntlich wurde dem Veranstalter, dem Berliner Radsport Verband e.V. (BRV), der traditionelle Rundkurs auf dem Kurfürstendamm unter kaum nachzuvollziehenden Gründen nicht genehmigt und so musste der wie immer stimmungsvolle Schlusstag verlegt werden.

An dieser Stelle sei auch noch einmal dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf gedankt, der bei herrlichem Wetter für ein großes und farbenfrohes Finale sorgte. Dagegen war man ein wenig verwundert, dass vom Präsidium des BRV am Samstag und Sonntag kein offizieller Vertreter vor Ort war, um die jungen Nachwuchssportler zu ehren. Die prächtig in die Pedale tretenden Nachwuchssportler hätten auch von dieser Seite mehr Beachtung finden sollen, denn die Entwicklung des Nachwuchses sollte die wichtigste Aufgabe eines jeden Sportverbandes sein!

Insofern gilt dem an seinem Geburtstag anwesenden, ehemaligen BRV-Präsidenten Günter Polauke ein herzliches Dankeschön, der am Sonntag die Ehrungen mit dem im August 2013 schwer gestürzten Mastersfahrer Sven Schmidt vom BSV AdW Berlin vornahm, der mit großem Kampfgeist seinen schweren Schicksalsschlag meistert. Organisatorisch ließ diese Tour im Vergleich zum etwas chaotischem Vorjahr keinerlei Mängel erkennen. Man hatte offensichtlich aus den Fehlern der vergangenen Tour seine Lehren gezogen und vor allem für einen reibungslosen Ergebnisdienst gesorgt.

Die U 13 ging zunächst am Freitag beim Einzelzeitfahren in Lehnitz/Summt über 10 km an den Start und dort präsentierten sich 104 Akteure aufgeteilt in 26 Mannschaften. Schon hier präsentierten sich die Ausländer vom Baltic Cannibal Team Litauen mit einem Doppelsieg von Toms Ustups, der als einziger mit 15:40,24 Minuten unter der 16-Minuten-Marke blieb, und Frank Aron Ragilo in bestechender Form, die Corneel Mäder vom RSC Turbine Erfurt auf den dritten Platz verwiesen. Mit fast zwei Minuten Rückstand war Linda Paduch vom Landesverband Berlin 2 auf Platz 57 beste Einheimische, aber bei einer so starken internationalen Konkurrenz war die Leistung durchaus beachtlich. Das Baltic Cannibal Team Litauen mit seiner ersten Mannschaft übernahm damit souverän die Führung in der Mannschaftswertung vor dem Landesverband Thüringen und dem RSC Turbine Erfurt. Auf Platz 20 lag der LV Berlin 2 mit Linda Paduch vom SC Berlin, Paul Köberlein vom Berliner TSC, Benjamin Dörnbrack ebenfalls vom SC Berlin und Gastfahrer Luca Decker vom RV „Sport“ Queidersbach unmittelbar vor dem LV Berlin-AOK mit Erik Leonhardt, Enno Paul Rohde (beide SC Berlin), Robby Pohl und Paul Quabs (beide Marzahner RC 94).  

Am Samstag in Mehrow stand zunächst das Mannschaftszeitfahren über 7,7 km auf dem Programm und hier dominierten erneut die litauischen Gäste, die mit 24 Sekunden Vorsprung das Team Dänemark West/East distanzierten. Die erste Mannschaft des Landesverbandes Brandenburg wurde Dritte, während die Berliner die Plätze 19 (LV Berlin 2) und 22 (LV Berlin-AOK) belegten. Das Straßenrennen am Nachmittag über 23,1 km sah dann erneut Toms Ustups vorne, der im Massenspurt vor Lucas Küfner vom Landesverband Thüringen und Hans Walter vom Landesverband Brandenburg 1 siegte. Zeitgleich kamen auf einem guten 34. Platz Linda Paduch als beste Berlinerin ins Ziel und auch Erik Leonhardt konnte mit Platz 45 überzeugen. Letzterer sorgte dafür, dass sein Team LV Berlin-AOK auf Platz 18 landete und das Team LV Berlin 2, das Platz 23 belegte, hinter sich ließ.

Die Gesamteinzelwertung führten nunmehr mit Toms Ustups, Frank Aron Ragilo und Lauri Tamm drei Fahrer aus Litauen an, während auf Platz vier Nicolas Zippan vom Landesverband Brandenburg 1 als bester Deutscher im Rennen lag. Auf Platz 57 rangierte Linda Paduch mit einem Rückstand von 3:43 Minuten nach wie vor als beste Berlinerin, während in der vom Baltic Cannibal Team Litauen 1 souverän angeführten Gesamt-Mannschaftswertung jetzt das LV Berlin-AOK Team auf Platz 20 vor dem LV Berlin 2 auf Platz 23 rangierte.

Noch ein Wort zu den Bedingungen in Mehrow sei gestattet: es lief alles reibungslos ab und daher gilt auch in diesem Fall unser Dank den Bürgern von Mehrow, insbesondere dem Unterstützer und Sponsor Alexander von Heldorff, der für einen größeren Parkplatz im Zusammenhang mit der Nutzung seines Privatgeländes sorgte.

Am Schlusstag beim Rundstreckenrennen über 23,44 km in Marzahn-Hellersdorf kam es ebenfalls zu einem Massenspurt, den nochmals Toms Ustups vor Lucas Küfner und Frank Aron Ragilo für sich entschied. Hier erreichte Linda Paduch erneut zeitgleich einen ausgezeichneten 14. Platz und damit die beste Platzierung des Berliner Nachwuchses in dieser Altersklasse. Auch der im Massensprint auf Platz 19 überzeugende Erik Leonhardt ließ sein Talent aufblitzen und sorgte somit am Schlusstag für durchaus strahlende Gesichter unter den Berliner Teilnehmern, zumal auch Benjamin Dörnbrack als 71. noch zeitgleich ins Ziel kam.

In der Gesamtwertung siegte schließlich Toms Ustups vor seinen Teamkameraden Frank Aron Ragilo (32 Sekunden zurück) und Lauri Tamm, der 1:05 Minuten einbüßte. Bester Deutscher war Nicolas Zippan mit 1:17 Minuten Rückstand auf Platz vier, während für Linda Paduch Platz 54 und für Erik Leonhardt Platz 58 übrigblieben. Immerhin 100 Fahrer-/innen beendeten die kids-tour, für die diese Rundfahrt erneut ein unvergessliches Erlebnis sein dürfte. Aufgrund der ausgezeichneten Tagesergebnisse siegte das Baltic Cannibal Team Litauen 1 auch überlegen in der Mannschaftswertung vor dem LV Thüringen und dem Team Dänemark West/East. Die Berliner Teams erreichten letztlich die Plätze 21 (LV Berlin-AOK) und 23 (LV Berlin 2) unter 25 Teams, die am Ende in die Wertung kamen.

 Zu erwähnen seien noch der Sieger der Sprintwertung Frank Aron Ragilo mit 10 Punkten und die beste weibliche Teilnehmerin Linda Riedmann vom Team BMC Mittelfranken, die ihre Teamkameradin Hannah Nöhring um zwei Sekunden auf Platz zwei verwies.

Für die Klasse U 15 ging es im Einzelzeitfahren über 12 km und auch hier gab es einen ausländischen Doppelerfolg durch Joris Buters vom Team Holland West vor dem Dänen Sebastian Andreasson vom Team DCU Distrikt Sjaelland. Der Niederländer blieb mit 16:57,38 Minuten als einziger unter der 17-Minuten-Marke und distanzierte den Dänen um acht Sekunden. Die drei Deutschen „D’s“ Luca Dreßler vom Team Oberbayern, Roman Duckert vom Landesverband Brandenburg 1 und Laurin Drescher vom Landesverband Sachsen 1 folgten in dieser Reihenfolge auf den nächsten Plätzen und hatten bei 15 bis 22 Sekunden Rückstand noch alle Chancen auf einen eventuellen Gesamtsieg, der vor allem für den bereits in diesem Jahr 25 Mal (!) erfolgreichen Laurin Drescher (darunter zwei Deutsche Meistertitel) möglich erschien. Bester Berliner war Florian Bondzau vom LV Berlin-AOK auf Platz 60 unter 128 Teilnehmern, die in 32 Teams an den Start gingen. In der Mannschaftswer-tung dominierte das Team Holland West vor den Dänen vom Team DCU Distrikt Sjaelland und dem LV Sachsen 1, während für die Berliner Mannschaften auch in dieser Altersklasse keine Spitzenplätze erwartet werden konnten. Das Team LV Berlin-AOK mit Florian Bondzau und Pepe Winnig vom SC Berlin sowie Sascha Telschow und Raul-Odin Voigt vom Marzahner RC 94 landete auf Platz 21, während der LV Berlin 2 mit Bruno Essinger, Tim Schulz und Laura Lotter vom SC Berlin und Henning Sage vom BRC Semper nur Platz 30 erreichte. Das dritte Berliner Team, unter LV Berlin Girls startend, bildete mit Paula Leonhardt, Sandra Hainzl, Miriam Herfort vom SC Berlin und Laura Marie Fröschl vom Marzahner RC 94 leider das Schlusslicht in der Hoffnung auf Besserung.

In Mehrow wurde das Mannschaftszeitfahren über ebenfalls 7,7 km eine Beute des Teams Holland West, das von den Dänen im Team DCU Distrikt Sjaelland und dem LV Sachsen 1 nicht zu schlagen war. Der Vorsprung von zwei bzw. neun Sekunden war aber nicht allzu groß, so dass noch keine Vorentscheidung gefallen war. Für Berlins Teams war mit den Plätzen 23 (LV Berlin-AOK) und 30 (LV Berlin 2) ebenso wie für die Berlin Girls auf Platz 32 nichts zu holen. Im Straßenrennen am Nachmittag über 38,5 km gab es dann den ersten deutschen Erfolg durch Laurin Drescher, der einen weiteren Sieg verbuchen konnte und im Massensprint gegen den Slowenen Jaka Spoliar von KK Adria Mobil und dem Niederländer Boris Romers vom Team Holland West die Oberhand behielt. Zeitgleich auf Platz 40 fuhr als bester Berliner Sascha Telschow und auch Florian Bondzau als 72., Bruno Essinger als 73.,  Raul-Odin Voigt als 75. und Pepe Winnig auf Platz 82 büßten keine Zeit ein. Mit der talentierten Ricarda Bauernfeind vom Team BMC Mittelfranken musste leider die Führende in der Mädchenwertung das Rennen aufgeben.

In der Gesamtwertung führte vor dem Schlusstag der Niederländer Joris Buters mit 10 Sekunden vor dem Dänen Sebastian Andreasson und 17 Sekunden vor Laurin Drescher, der noch alle Chancen besaß. Beste Berliner waren Florian Bondzau auf Platz 57 unmittelbar vor Sascha Telschow, die mit Rückständen von 3:07 bzw. 3:08 Minuten keine Chance mehr auf eine vordere Platzierung hatten, sich aber bislang durchaus achtbar aus der Affäre zogen. Die Gesamt-Mannschaftswertung wurde vom Team Holland West angeführt, wobei für die Berliner Teams die Plätze 20 (LV Berlin-AOK) sowie die beiden letzten Plätze 31 (LV Berlin 2) und 32 (LV Berlin Girls) zu registrieren waren.

Den Abschluss in Marzahn-Hellersdorf bildete für die U 15 ein Rundstreckenrennen über 43,95 km, das erneut in einem Massenspurt endete. Nach einer Fahrzeit von 1:04:51 Stunden hatte am Ende der Däne Sebastian Andreasson die Nase vorn, der die beiden Deutschen Domenik Wolf vom Landesverband Thüringen und Laurin Drescher auf die weiteren Plätze verwies. Für die zeitgleichen Berliner langte es zu den Plätzen 46 (Sascha Telschow) und 47 (Raul-Odin Voigt), wobei ein Großteil des Feldes erhebliche Zeitrückstände in Kauf nehmen musste.

Am Ende ging der Gesamtsieg an den Niederländer Joris Buters, der zeitgleich mit dem auf Platz zwei folgenden Dänen Sebastian Andreasson vielumjubelter Sieger wurde. Platz drei mit nur fünf Sekunden Rückstand erreichte Laurin Drescher, der außerdem mit 12 Punkten die Sprintwertung gewann. Bester Berliner wurde mit einem Rückstand von 3:08 Minuten Sascha Telschow auf Platz 45 vor Raul-Odin Voigt, der 3:58 Minuten zurücklag und Platz 50 belegte. Insgesamt wurden 124 Akteure im Endergebnis registriert, so dass bei nur vier Aufgaben noch alle Teams in die Gesamt-Mannschaftswertung kamen, die das Team Holland West mit einem Vorsprung von 22 Sekunden vor DCU Distrikt Sjaelland und 48 Sekunden vor dem Team LV Sachsen 1 gewann. Das Team LV Berlin-AOK konnte mit Platz 16 am Ende mehr als zufrieden sein, während Team LV Berlin 2 auf Platz 29 Lehrgeld zahlen musste. Das gilt auch für das Team LV Berlin Girls, das über den 32. und letzten Platz nicht hinauskam. Hier ist verstärkte Nachwuchsarbeit besonders notwendig und in diesem Zusammenhang sind nicht nur die Athleten, sondern in erster Linie die Trainer gefordert.

Bestes Mädchen wurde in diesem Jahr bei der U 15 die Niederländerin Maike van der Duin von den Dutch Diva’s vor ihrer Teamkameradin Loneke Uneken, die 23 Sekunden einbüßte. Vom Förderteam Magnesium Pur wurde Lucy Mayrhofer auf Platz drei beste Deutsche und als beste Berlinerin erreichte Paula Leonhardt Platz 13 unter 22 Platzierten.

 

Bernd Mülle

 

       

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