Jahreshauptversammlung des BRV

Generationswechsel im Berliner Radsport Verband

- Ralf Zehr tritt die Nachfolge von Günter Polauke an -

Die diesjährige Jahreshauptversammlung des Berliner Radsport Verband e.V. (BRV) im Hause des Landessportbundes an der Jesse-Owens-Allee stand im Zeichen der Neuorientierung und damit vor allem der Verjüngung des Vorstandes. Der bisherige Präsident Günter Polauke hatte im Vorfeld bereits angekündigt, seine bis zum Frühjahr 2017 laufende Kandidatur ein Jahr vorher in jüngere Hände zu geben, um den notwendigen Schritt der Verjüngung rechtzeitig in die Wege zu leiten.

Gemeinsam mit seinem bisherigen Vizepräsidenten Ralf Zehr hatte er vorab intensive Gespräche geführt, um die Weichen für die Zukunft des BRV zu stellen. Beide waren sich einig hinsichtlich einer neuen Führung durch Ralf Zehr als Präsidenten und einem neuen Vizepräsidenten, der mit dem 1. Vorsitzenden des BRC Zugvogel, Jörg Wittmann, Gewehr bei Fuß stand und der Jahreshauptversammlung als Kandidat vorgeschlagen wurde. Die bereits in der Jahreshauptversammlung der Jugend gewählte neue Jugendleiterin Marthe Zeja unterstreicht mit ihren 20 Jahren den vom Präsidium eingeschrittenen Weg.

Zunächst eröffnete Günter Polauke die Versammlung mit der Begrüßung des Ehrenpräsidenten Wolfgang Scheibner und der Ehrengäste Klaus Böger, Präsident des Landessportbundes Berlin, Andreas Statzkowski, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Inneres und Sport sowie Peter W. Streng, der als stellvertretender Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) den Weg aus Nürnberg angetreten war. In ihren jeweiligen Grußworten unterstrichen Klaus Böger und Andreas Statzkowski, dass der BRV nach wie vor auf ihre Unterstützung bauen kann, wobei Letzterer versprach, die Realisierung eines neuen Bahnbelags im Velodrom voranzutreiben und radsportliche Top-Events wie die Europameisterschaft 2017 oder Bahn-Weltcup und Weltmeisterschaften im Zeitraum 2018-2020 in die Hauptstadt zu holen.

Immer wieder gern in Berlin ist Peter W. Streng, wie er in seinem Statement gleich zu Beginn versicherte. Er hob die Medaillenausbeute des BDR im vergangenen Jahr mit mehr als 100 internationalen Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften hervor, unterstrich die vorbildliche Nachwuchsarbeit in den Landesverbänden und dankte abschließend allen Ehrenamtlichen für ihre geleistete Arbeit.

Bevor Günter Polauke seinen Rechenschaftsbericht abgab, wurde den im letzten bzw. diesem Jahr verstorbenen Mitgliedern zu Ehren eine Gedenkminute gewidmet. Danach wurden einige Ehrungen für verdienstvolle Mitglieder des BRV vorgenommen: so erhielten Norbert Flor von den Zehlendorfer Eichhörnchen, Dieter Mehlitz vom RC Charlottenburg und der ehemalige Schatzmeister des BRV, Dr. Manfred Reimann, die silberne Ehrennadel des Verbandes, während als Ehrenmitglieder Rainer Podlesch, ehemaliger zweifacher Steherweltmeister, und Hein-Detlef Ewald als „radsportverrücktes“ Aushängeschild des RC Charlottenburg ausgezeichnet wurden.

In seinem Rechenschaftsbericht verwies Günter Polauke auf den Saisonrückblick 2015 mit einigen herausragenden Erfolgen von Berliner Sportlern, erläuterte die Ziele des Verbandes, insbesondere die Förderung des Nachwuchses, und bedankte sich auch bei allen Unterstützern, wie z.B. Senat und Landessportbund. Die kommenden Großveranstaltungen im Velodrom bieten dem BRV eine tolle Perspektive, für die die Kräfte zu bündeln sind, bekräftigte der scheidende Präsident, der mit dem Generationswechsel hierfür die Voraussetzungen schaffen will. Er selbst will künftig – wenn es gewünscht wird – beratend dem BRV weiterhin zur Verfügung stehen und sich insbesondere um die Schaffung eines Freundeskreises des Radsports in Berlin bemühen.

Mit Dankesworten für die gute Zusammenarbeit, die sportkameradschaftliche Auseinandersetzung und auch Kritik schloss Günter Polauke seine Ausführungen, die mit entsprechendem Applaus honoriert wurden.

Nachdem der Kassenprüfer Lothar Belitz die Entlastung des Vorstandes vorgeschlagen hatte, die dann auch mit 50 Gegenstimmen bei 23 Enthaltungen – insgesamt wurden 1.056 stimm-berechtigte Mitglieder festgestellt - erfolgte, wurde der Haushaltsplan des BRV für 2016 einstimmig angenommen.

Im Anschluß daran erfolgten die jeweils per Akklamation etwas turbulent verlaufenen Wahlen mit allerdings eindeutigen Ergebnissen. Als neuer Präsident wurde Ralf Zehr (RV Iduna) mit wenigen Gegenstimmen gewählt, während Jörg Wittmann für das Amt des Vizepräsidenten einstimmig den Zuschlag erhielt. Neuer Schatzmeister ist Karl-Heinz Schröder (Marzahner RC 94), wobei Werner Otto als Fachwart für Bahnrennsport, Sascha Looke (beide RSV Werner Otto) als Zeugwart und Bernd Mülle (NRVg. Luisenstadt) als Pressewart wieder gewählt wurden. Auch ein neuer Fachwart für den Breitensport wurde mit Michael Braun vom RV Berlin gewählt, der die Nachfolge des legendären, durch einen Unfall leider schwer verletzten Friedrich Wellner angetreten hat. In ihren Ämtern bestätigt wurden Marthe Zeja von den Zehlendorfer Eichhörnchen als Jugendleiterin und Joachim Schlaphoff vom Spandauer RV 1891 als Fachwart für Kunstradsport. Dagegen blieb die Stelle des Fachwartes für Mountainbike vakant.

Bevor Ralf Zehr das Schlusswort ergriff, stellte sich die neue Jugendleiterin Marthe Zeja in einer sehr eindrucksvollen Rede den Mitgliedern vor, legte ihre besondere Vorliebe für den Mädchen- bzw. Frauenradsport dar und mahnte – nach ihren bisherigen, kurzen Einblicken in das Geschehen des BRV – an, zukünftig gemeinsam zum Wohle des Radsports an einem Strang zu ziehen und Querelen der Vergangenheit beiseite zu legen.

Der neue Präsident Ralf Zehr bedankte sich abschließend für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und hob die geleistete Arbeit aller Beteiligten innerhalb der letzten 12 Monate hervor. Sein besonderer Dank galt Günter Polauke, den er künftig gern als Berater zur Verfügung hätte. Mit neuen Netzwerken will Ralf Zehr für eine positive Entwicklung des BRV sorgen, frei nach seinem Motto: lieber einmal diskutieren, als zweimal spekulieren!

Bleibt am Ende nur zu hoffen, dass künftig der Focus mehr auf die Belange der Sportler ausgerichtet ist, denn Berlin mit seinem Velodrom als Olympiastützpunkt hat nun einmal die Aufgabe in erster Linie im Bahnrennsport zukünftige Starter für internationale Wettkämpfe hervorzubringen. Die derzeit vakante Trainerstelle sollte daher umgehend entsprechend besetzt werden

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 14 April 2016 09:53
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