Präsentation - Team Giant-Alpecin und Frauenteam Liv- Plantur

Italienische Botschaft bittet zur Teampräsentation

- Team Giant-Alpecin setzt verstärkt auf John Degenkolb und Tom Dumoulin

Das Team Giant-Alpecin fährt im zweiten Jahr mit deutscher Lizenz und so fand am Donnerstag die Teampräsentation erneut in der Hauptstadt statt, wo sich in der Italienischen Botschaft mehr als 150 Journalisten und geladene Gäste einfanden.

Bereits im Vorjahr, seinerzeit war es die Französische Botschaft, hatte ein ähnlicher, imposanter Rahmen nach langer radsportlicher Abstinenz auf WorldTour-Ebene für eine Aufbruchstimmung im deutschen Radsportlager gesorgt.

Wie im Vorjahr moderierte Marc Bator die Präsentation, die Gäste aus dem In- und Ausland verfolgten, darunter auch wieder Bundesjustizminister Heiko Maas. Am Tag seines 27. Geburtstages stand natürlich John Degenkolb im Mittelpunkt des Geschehens, der den vielen Pressevertretern Rede und Antwort stand und dabei hervorragende Kondition bewies.

Sollte er über diese auch bei den kommenden Rennen verfügen, dann muß dem deutschen Radsportfan hinsichtlich künftiger, großer Erfolge nicht bange sein. Die Begrüßung nahm der Italienische Botschafter in Berlin, Pietro Benassi, vor, der natürlich auf John Degenkolbs Erfolg beim letztjährigen Klassiker Mailand-San Remo hinwies und die schon traditionelle, radsportliche Begeisterung der Italiener im Hinblick auf den kommenden Giro unterstrich.

Neben Vertretern der Hauptsponsoren Giant (Vizepräsident of Global Marketing James Hu) und Alpecin (Geschäftsführer Dipl. Ing. Eduard R. Dörrenberg), die mit ihrem Engagement die Entwicklung des Radsports in Deutschland vom Nachwuchs bis zur Weltspitze weiter vorantreiben wollen und dieses mit ihren Aussagen bestätigten, war es der niederländische Teammanager Iwan Spekenbrink, der mit seinen Worten noch einmal eine hervorragende Saison 2015 passieren ließ und für die Zukunft eine vielversprechende Strategie darlegte. Nach dem Weggang des Topsprinters Marcel Kittel wird man sich in der kommenden Saison erneut auf die Klassiker mit John Degenkolb als Kapitän spezialisieren, aber der Focus liegt nunmehr auch auf das Klassement bei Rundfahrten, für die als Kapitäne der Niederländer Tom Dumoulin oder auch der Franzose Warren Barguil fungieren sollen.

Darüber hinaus werden im Nachwuchsbereich mit dem sogenannten German Talent Day verstärkt Akzente gesetzt, wo Talente entdeckt werden, die dann zunächst in einem Development Team weiterzuentwickeln sind. Ziel ist es, den ein oder anderen Fahrer an das WorldTour Team heranzuführen, um dort eine gute Basis für künftige Erfolge zu schaffen.

Zum Team der Sportlichen Leiter gehört mit Beginn dieser Saison auch der bekannte, ehemalige australische Radprofi Luke Roberts, der sich im letzten Jahr beim zweitklassigen Team Cult Energy Pro Cycling seine ersten Sporen in diesem Metier verdiente. Mit seinen guten Deutschkenntnissen – er lebt seit vielen Jahren in Köln – ist er ein hervorragendes Bindeglied zwischen den fünf deutschen Profis und ihren 22 Teamkameraden, die dem Team einen sehr internationalen Charakter verleihen. Wir werden Luke Roberts hauptsächlich bei den Frühjahrsklassikern in Aktion sehen, wo er mit seinen Fahrern für entsprechende Erfolge sorgen möchte.

Von der 27-köpfigen Streitmacht fehlten bei der Präsentation nur die beiden Niederländer Lars van der Haar, der derzeit diverse Crossrennen bestreitet, und Koen de Kort, der im Hinblick auf die anstehende Tour Down Under bereits in Australien weilt. Zu seinen dortigen Teamkameraden zählt auch der Berliner Simon Geschke, der am Tag nach der Präsentation die lange Reise in Angriff genommen hat. Der Berliner war gefragter Gesprächspartner, insbesondere natürlich durch seinen vorjährigen Auftritt bei der Tour de France, als er mit seinem grandiosen Etappensieg für Furore sorgte. Er hat nach eigener Aussage durch diesen Erfolg eine Menge Selbstvertrauen getankt und hofft, auch in der kommenden Saison an diese Leistung anknüpfen zu können. Für den Niederländer Tom Dumoulin, der sich voll auf den Giro d’Italia konzentrieren wird, dürfte Simon Geschke dabei eine große Unterstützung sein für eine dortige Topplatzierung in der Gesamtwertung.

Für Klassikerjäger John Degenkolb war es zudem eine große Ehre, im Rahmen dieser Veranstaltung vom Vizepräsidenten des Bundes Deutscher Radfahrer Udo Sprenger als Radsportler des Jahres 2015 in Deutschland geehrt zu werden. „Ich habe tolle Momente im letzten Jahr erlebt, die für mich immer noch wie ein Traum erscheinen“, sagte John Degenkolb, dessen Wunsch es nach wie vor ist, auch eine Etappe der Tour de France zu gewinnen. Für die Olympischen Spiele in Rio, an denen er natürlich gern teilnehmen würde, scheint ihm nach eigener Aussage die Strecke zu schwer, aber einen mit besseren Chancen versehenen Simon Geschke zu unterstützen, das wäre für John Degenkolb schon eine tolle Aufgabe.

An ein Klassiker-Double wie im letzten Jahr denkt er nicht unbedingt, vielmehr lohnt sich für ihn eine gute Saison 2016 schon mit nur einem Erfolg bei den Klassikern, wobei er in diesem Jahr die Flandern-Rundfahrt im Visier hat. Für eine anstehende Vertragsverlängerung wäre ein eventueller Sieg mit Sicherheit ein gutes Argument.

Während von den deutschen Fahrern Johannes Fröhlinger als wertvoller Helfer und Neuzugang Maximilian Walscheid als sprintstarker Fahrer zunächst kleinere Brötchen gebacken werden, kommt auf Nikias Arndt künftig eine besondere Rolle zu. Er soll in gewisser Weise in die Rolle eines Marcel Kittel hineinwachsen, bestärkt durch den im letzten Jahr erzielten Etappensieg bei der Tour of Alberta, als er im Spurt u.a. so starke Fahrer wie den Australier Michael Matthews und den Iren Sam Bennett distanzierte. Seine diesjährige Saison hat aber alles andere als gut für ihn angefangen, denn mit Muskel-/Sehnenproblemen trainiert er derzeit nur auf der Rolle und steigt nach einem Trainingslager Mitte Januar erst einen Monat später ins Renngeschehen ein. „Ich habe mich im Sprint zwar weiterentwickelt, aber in Kittels Fußstapfen werde ich nicht treten können. Ich versuche meinen eigenen Weg zu gehen und hoffe, bei einer großen Tour einmal auf dem Podium zu stehen. Die vorgesehene Tour Down Under ist für mich nun Geschichte, aber es gibt noch genügend Rennen, um auf mich aufmerksam zu machen“, konstatierte der sympathische, 24-jährige Nikias Arndt, der einst aus Buchholz in der Nordheide auszog, um Radprofi zu werden.

Neben Maximilian Walscheid, der sich zunächst akklimatisieren will, aber durchaus bei Gelegenheit auf eine Chance lauert, sind auch der Däne Sören Kragh Andersen, der Norweger Sindre Skjöstad Lunke und der Niederländer Sam Oomen als Profineulinge dabei, während der vom Team LottoNL-Jumbo gekommene Routinier Laurens ten Dam einerseits die Rolle des Lehrmeisters übernehmen dürfte, aber auch bei der Tour de France eine wertvolle Unterstützung für Warren Barguil sein kann.

Insgesamt ist die Mannschaft gut aufgestellt und kann die kommenden Aufgaben selbstbewusst in Angriff nehmen. Wenn dann 2017 die Tour de France in Düsseldorf startet, kann dann ein John Degenkolb vielleicht eine weitere Erfolgsgeschichte schreiben.

Bei der Präsentation in der Italienischen Botschaft wurde aber auch das Frauentaem Liv- Plantur vorgestellt, für das im vorigen Jahr noch die Deutsche Claudia Lichtenberg fuhr. Sie ist im zehnköpfigen Team in diesem Jahr nicht mehr dabei, aber die von der erfahrenen Schwedin Sara Mustonen-Lichan angeführte Mannschaft hat einige Fahrerinnen in ihren Reihen, die wie etwa die Kanadierin Leah Kirchmann, die Australierin Carlee Taylor oder die Niederländerinnen Floortje Mackaij oder Sabrina Stultiens schon einige Erfolge zu verzeichnen haben. Dem Sportlichen Leiter Hans Timmermans erwartet eine durchaus reizvolle Aufgabe und sein Team blickt dabei optimistisch in die Zukunft. Von der Mannschaft fehlte bei der Präsentation nur Carlee Taylor, die bei den Australischen Meisterschaften derzeit im Einsatz ist.

Team Giant-Alpecin: Sören Kragh Andersen (Dänemark, 21 Jahre), Nikias Arndt (Deutschland, 24), Warren Barguil (Frankreich, 24), Roy Curvers (Niederlande, 36), Koen de Kort (Niederlande, 33), Bert de Backer (Belgien, 31), John Degenkolb (Deutschland, 27), Tom Dumoulin (Niederlande, 25), Caleb Fairly (USA, 28), Johannes Fröhlinger (Deutschland, 30), Simon Geschke (Deutschland, 29), Chad Haga (USA, 27), Cheng Ji (China, 28), Carter Jones (USA, 26), Fredrik Ludvigsson (Schweden, 21), Tobias Ludvigsson (Schweden, 24), Sindre Skjöstad Lunke (Norwegen, 22), Sam Oomen (Niederlande, 20), Georg Preidler (Österreich, 25), Ramon Sinkeldam (Niederlande, 26), Tom Stamsnijder (Niederlande, 30), Laurens ten Dam (Niederlande, 35), Albert Timmer (Niederlande, 30), Lars van der Haar (Niederlande, 24), Tom Veelers (Niederlande, 31), Zico Waeytens (Belgien, 24), Maximilian Walscheid (Deutschland, 22).

Team Liv-Plantur: Leah Kirchmann (Kanada, 25 Jahre), Floortje Mackaij (Niederlande, 20), Riejanne Markus (Niederlande, 21), Sara Mustonen-Lichan (Schweden, 34), Rozanne Slik (Niederlande, 24), Julia Soek (Niederlande, 25), Kyara Stijns (Niederlande, 20), Sabrina Stultiens (Niederlande, 22), Carlee Taylor (Australien, 26), Molly Weaver (Großbritannien, 21).

Letzte Änderung am Mittwoch, 06 April 2016 13:58
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