Berlins Jugendvierer wird Deutscher Meister

Die Fünf vom Vierer des BRV, Fabian Dreier/Elias Richter/Maurice Ballerstedt/Calvin Dik/Jakob Antkowiak Die Fünf vom Vierer des BRV, Fabian Dreier/Elias Richter/Maurice Ballerstedt/Calvin Dik/Jakob Antkowiak Thomas Hildebrandt
- Nach Bronze im Vorjahr nun Gold für Antkowiak, Dik, Dreier und Richter –
 
War das ein Jubel im Berliner Lager am Wochenende in Genthin! Bei den Deutschen Meisterschaften im Mannschaftszeitfahren revanchierten sich die Berliner Calvin Dik vom RSV Werner Otto, Fabian Dreier vom SC Berlin und Elias Richter vom Marzahner RC 94 gemeinsam mit Jakob Antkowiak vom BSV AdW Berlin, der in Genthin für den in Cottbus verletzten Maurice Ballerstedt vom SC Berlin zum Einsatz kam, für die am letzten Wochenende erlittene, knappe Niederlage gegen den Vierer aus Thüringen bei den Deutschen Bahnmeisterschaften. Für die starken Thüringer, die unverändert mit Max Gehrmann, Jakob Geßner, Tim Oelke und Jannis Peter antraten blieb dieses Mal nur Platz zwei übrig und dabei wurden sie von den gut harmonierenden Berlinern mit 24,58 Sekunden Rückstand sogar recht klar distanziert.
 
Die 15 teilnehmenden Teams hatten insgesamt 40 Kilometer zurückzulegen und schon bei Halbzeit lagen die Berliner knapp vier Sekunden vor den Thüringern, die im zweiten Teil des Rennens weitere 20 Sekunden Rückstand in Kauf nehmen mussten. Auch der Landesverband Brandenburg mit Roger-Rüdiger Bohla, Mike Thiede, Erik Vater und Hannes Wilksch hatte keine Chance auf den Titel und büßte am Ende als Drittplatzierter 40 Sekunden ein. Der Berliner Vierer, der als Vorjahresdritter und Deutscher Meister der Schüler U 15 im Jahre 2014 sich diesmal in unveränderter Besetzung erneut den Titel als Ziel gesetzt hatte, wurde seiner Favoritenrolle vollauf gerecht.
 
Nachdem es vor dem Start der Jugendklasse geregnet hatte und einige Passagen recht rutschig waren, blieb es während des Rennens aber trocken. Die Berliner ließen sich davon nicht beeindrucken und fuhren ein souveränes Rennen, an dem auch Jakob Antkowiak mit starker Fahrweise großen Anteil hatte. Durch die Sturzverletzung von Maurice Ballerstedt, der sich in Cottbus das Handgelenk brach, wurde der vorgesehene, letzte Test unter der Woche mit Jakob Antkowiak hinfällig, der seinen Platz im Vierer nun sicher hatte und diesen mit gewohnt zuverlässiger Leistung rechtfertigte. Landestrainer Volker Winkler hat mit der Jugend in dieser Saison nahezu Optimales erreicht und es gilt nun, für die kommenden zwei Jahre in dieser Altersklasse, für die Maurice Ballerstedt als Fahrer des jüngeren Jahrgangs 2001 noch ein Jahr als Kapitän fungieren könnte, einen neuen schlagkräftigen Vierer aufzubauen. Justin Winzer vom RC Charlottenburg, Tim Pröhl vom SC Berlin oder Florian Behnke vom Marzahner RC 94 wären zum Beispiel ebenso Kandidaten für einen neuen Vierer wie Florian Bondzau vom SC Berlin, Patrick Dietze und Finn Hildebrandt vom Radteam Cöpenick, Sascha Telschow oder Raul-Odin Voigt vom Marzahner RC 94, deren Talent es gezielt zu fördern gilt.
 
Nicht so erfolgreich waren Berliner Sportler in den übrigen Rennen um die Deutsche Meisterschaft. Im Paarzeitfahren der Schülerinnen U 15 über 10 km hatte der SC Berlin mit Sandra Hainzl und Paula Leonhardt auf Rang 11 unter 14 Teams einen Rückstand von 1:40 Minuten auf die Siegererinnen des Landesverbandes Thüringen Lena-Fabienne Franke und Thalea Mäder aufzuweisen und war damit chancenlos. Gleiches galt auch für die Schüler U 15 des Landesverbandes Berlin, die über 20 km schon früh ihren vierten Fahrer Bruno Essinger vom SC Berlin verloren und mit Florian Bondzau, dem starken Sascha Telschow und Raul-Odin Voigt zu Dritt nur als 16. und Letzte das Ziel erreichten, dabei mit mehr als drei Minuten auf die Fahrer des Landesverbandes Sachsen mit dem 30-fachen Saisonsieger Laurin Drescher vom ESV Lok  Zwickau an der Spitze zurückliegend, die sich den Titel sicherten.
 
Im Einzelzeitfahren der weiblichen Jugend über 10 km ging der Titel an Hannah Ludwig vom RSC Stahlroß Wittlich vor Franziska Koch vom RSV Unna und Dorothea Heitzmann vom RadClub Lostau, wobei Laura Lotter vom SC Berlin auf Platz 24 landete. Der fünfte zu vergebende Titel in Genthin ging bei den Männern an das rad-net ROSE Team, das die 50 km in sehr guten 52:41,71 Minuten zurücklegte und in der Besetzung Jan Tschernoster, Mario Vogt, Marco Mathis, Pascal Ackermann, Patrick Haller und Domenic Weinstein das Team Kuota-Lotto auf den zweiten Platz und das LKT Team Brandenburg auf den dritten Platz verwies. Mit 17 Sekunden Rückstand war das Team um Daniel Westmattelmann nur unwesentlich langsamer und forderte den Siegern alles ab. Keine Chance hatte das Berliner Sextett  vom KED-Stevens Rad Team mit Luca Niederlag, Hannes Augustin, Tobias Magdeburg, Moritz Malcharek, Sebastian Schmiedel und Tjorden Delfs, das nur auf Platz 8 unter 11 Teams einkam, aber dennoch seine gute Platzierung in der Gesamt-Mannschaftswertung der Rad-Bundesliga, zu der diese Meisterschaft gehörte, behaupten konnte. Die Berliner liegen jetzt mit 101 Punkten unter 16 Teams auf Platz fünf mit nur sieben bzw. zwei Punkten Rückstand zu den auf Platz drei und vier liegenden Teams Heizomat und P&S Thüringen. Souverän führt hier das Team Kuota-Lotto mit 153 Punkten vor dem LKT Team Brandenburg mit 130 Punkten die Wertung an.
 
Die Junioren und Juniorinnen waren in Genthin im Rahmen der Rad-Bundesliga am Start und dabei hatte auch der Landesverband Berlin seine Vertreter entsandt. Im Vierer-Mannschafts-zeitfahren der Junioren über 50 km siegte das Team ROSE NRW vor dem Landesverband Brandenburg und dem STEVENS Juniorenteam Thüringen, während die Berliner in der Besetzung Josh Mechsner vom Berliner TSC, Nicolas Brandt von den Zehlendorfer Eichhörnchen, Maximilian Möbis vom BSV AdW und Poul Rudolph vom Radteam Cöpenick hinter dem Junioren Schwalbe Team Sachsen einen guten fünften Platz unter 12 Teams herausfuhren. In der Gesamt-Mannschaftswertung, die vom Landesverband Brandenburg mit 162 Punkten angeführt wird, liegen sie auf Platz sieben mit 114 Punkten im Mittelfeld.
 
Die Juniorinnen bestritten ein Einzelzeitfahren über 10 km, das von Christa Riffel vom RSV Edelweiß Oberhausen vor Franziska Brauße vom TSV Betzingen und Liane Lippert vom RSV Seerose Friedrichshafen gewonnen wurde. Hier schlugen sich Berlins Starterinnen Luise Ollick vom SC Berlin als Achte und Eleonora Schütz von der NRVg. Luisenstadt auf Platz zehn durchaus achtbar und auch Marie Wawrzinek vom SC Berlin auf Rang 14 blieb im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Während die zuletzt stärkste Berlinerin Lina Rausch vom BRC Zugvogel krankheitsbedingt fehlte, landete Lotta Schoenemeyer vom RSV Werner Otto als vierte Berlinerin auf Rang 22 unter den insgesamt 25 Platzierten. Mit dem vierten Platz in der Tages-Mannschaftswertung liegen die Berlinerinnen nunmehr in der Gesamt-Mannschafts-wertung unter acht Teams mit 136 Punkten auf einem guten dritten Platz, die vom Team Mangertseder-WRSV mit 164 Punkten mit nur einem Punkt Vorsprung vor dem Team Marcello/Verge LV Baden angeführt wird. In der Gesamt-Einzelwertung liegt Liane Lippert mit 1404 Punkten vor Christa Riffel mit 1310 Punkten in Führung, während als beste Berlinerin Lina Rausch mit 556 Punkten auf Platz 11 vor Eleonora Schütz liegt, die mit 511 Punkten den 14. Rang einnimmt.
 
Berlins Juniorinnen haben sich trotz vieler Unwägbarkeiten in dieser Saison bislang ganz hervorragend geschlagen und sollten in Zukunft mehr Unterstützung von übergeordneter Stelle erhalten. Verdient haben es die jungen Damen allemal!
 
Bernd Mülle
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