Calvin Dik feiert Doppelsieg bei Landesverbandsmeisterschaft

 

- Berlins Meisterschaften im Zeitfahren und Straßenrennen finden im Umland statt –

Es ist schon bemerkenswert, dass Berlins Radsportler zur Ermittlung ihrer Meister erneut ins Umland fahren mussten, da es im so „fahrradfreundlichen“ Berlin seit Jahren nicht oder nur schwer möglich ist, auf geeigneten Strecken in der Hauptstadt überhaupt ein Radrennen zu veranstalten. Es scheitert u.a. immer wieder an Auflagen seitens der Behörden, die von den Veranstaltern nicht zu erfüllen sind. Aber Berlin schimpft sich „Sportstadt“, was bezogen auf den Radsport nahezu einer Farce gleichkommt. Der Ausfall der langjährigen Tour de Berlin in diesem Jahr ist dafür ein weiteres Beispiel, das von den Radsportfans nicht akzeptiert werden kann. Gibt es im Senat und bei den Polizeibehörden wirklich niemanden, der dem Berliner Radsportverband mit seinen Vereinen hier hätte hilfreich zur Seite stehen können? Eine der wichtigsten Rundfahrten im internationalen Radsportkalender der Nachwuchsklasse U 23, die schon viele zukünftige Weltklasseathleten hervorgebracht hat (siehe zuletzt erst den Berliner Maximilian Schachmann!), verschwindet sang- und klanglos aus dem Veranstaltungskalender und niemanden stört so etwas?!

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und so springen dann andere in die Bresche, die es dem Berliner Radsport Verband e.V. (BRV) dankenswerter Weise ermöglichen, seine Meisterschaften doch noch auszutragen. So zum Beispiel Oranienburg mit seiner Zeitfahrstrecke in Lehnitz, wo am vergangenen Wochenende zum wiederholten Mal die Berliner Meisterschaft im Einzelzeitfahren ausgetragen wurde. Oder der Landkreis Spree-Neiße, der in Heinersbrück dem BRV mit der Ausrichtung der Straßenmeisterschaft zur Verfügung stand. Hier ein ausdrückliches Dankeschön an den PSV Forst als Ausrichter der Straßenrennen, auch wenn der Weg dorthin mit 140 Kilometern grenzwertig erscheint. Hier muss aber auch erwähnt werden, das beide Landesverbände, Brandenburg wie auch Berlin eng an einer Lösung gearbeitet haben, um dies in der Kürze der Zeit zu realisieren.

Beide Meisterschaften brachten etliche Doppelsieger hervor, so zum Beispiel bei den Junioren Calvin Dik vom RSV Werner Otto, der für die 16,4 km Zeitfahrstrecke ganz hervorragende 21:11,24 Minuten benötigte und wie Elias Richter vom Marzahner RC 94 mit 21:37,59 bzw. Fabian Dreier vom SC Berlin mit 21:53,26 Minuten unter der 22 Minuten-Marke blieb. Im Straßenrennen über 96,6 km behauptete er sich nach 2:12:29 Stunden gegen Lennart Jung von der Schöneberger RV Iduna und Elias Richter und errang seinen zweiten Titel. Zu den Doppelsiegern zählten auch Erik Arns vom RV Lichterfelde-Steglitz bei den Schülern U 11, Janike Maira Lode vom SC Berlin bei den Schülerinnen U 13 sowie ihre Vereinskameradin Fabienne Jährig bei den Schülerinnen U 15.

Den Titel des Berliner Meisters im Einzelzeitfahren errangen bei den Schülern U 13 Toni Holst vom SC Berlin, sein Vereinskamerad Tim Schulz bei den Schülern U 15, während bei der weiblichen Jugend der SC Berlin mit Paula Leonhardt als neue Titelträgerin, Laura Lotter, Josephine Körnig und Sandra Hainzl keine weitere Konkurrenz zu befürchten hatte. Überlegener Sieger der männlichen Jugend wurde mit Maurice Ballerstedt ein weiteres Mitglied des SC Berlin, der die 14 km in 19:03,05 Minuten absolvierte und Albert Gathemann vom Berliner TSC mit 19:44,75 Minuten sowie Patrick Dietze vom Radteam Cöpenick mit 19:53,87 Minuten auf die weiteren Podiumsplätze verwies. Im Duell der besten Juniorinnen setzte sich Luise Ollick vom SC Berlin gegen Eleonora Schütz von der NRVg. Luisenstadt durch, die beim Straßenrennen dann den Spieß umdrehen konnte. Bei den Frauen dominierte Cornelia Brückner von Velox Berlin, während die Titel bei den Senioren 2-4 an Michael Kopf von den Zehlendorfer Eichhörnchen, Falko Schenk vom RSV Werner Otto und Michael Frisch vom BSV AdW Berlin gingen. Bei der Elite errang Enrico Heinowsky vom Marzahner RC 94 nach 2013, 2014 und 2016 bereits seinen vierten Berliner Meistertitel im Einzelzeitfahren.

Im Straßenrennen am vergangenen Sonntag war der SC Berlin im Nachwuchsbereich durch Tim Reich bei den Schülern U 13 und Laura Lotter bei der weiblichen Jugend erfolgreich, während Robin Ruhe und Henning Sage im Straßenrennen der Schüler U 15 über 36,8 km für den Marzahner RC 94 einen Doppelsieg einfuhren und Patrick Dietze bei der männlichen Jugend nach 69 km Justin Winzer vom RC Charlottenburg und Maurice Ballerstedt hinter sich ließ. Das große Talent Lina Rausch vom BRC Zugvogel gewann den Titel bei den Frauen und bei den Senioren 2-4 triumphierten der unverwüstliche Victor Ulzen vom RV Lichterfelde-Steglitz, Mike Herold vom RV Berlin und Werner Otto, der Bahnfachwart des BRV und Namensgeber seines Vereins RSV Werner Otto.

Das Rennen um die Berliner Meisterschaft der Elite über 96,6 km wurde vom Bundesligateam KED-Stevens Radteam Berlin dominiert, das einen fünffachen Erfolg herausfuhr. Den Titel errang Marcel Franz vom Berliner TSC, der seine Vereinskameraden Sebastian Schmiedel und Tobias Magdeburg sowie Nazir Jaser und Yalmaz Habash, beide von der NRVg. Luisenstadt, hinter sich ließ. Erfreulicherweise mit dabei auf Platz 7 und 9 waren mit Tarek Al Moakee von der NRVg. Luisenstadt und Oskar Gebauer vom BSV AdW Berlin auch die zwei Fahrer des KED-Stevens Radteam Berlin, die beim Saisonauftakt in Wannsee so schwer gestürzt waren.

 

Bernd Mülle       

Letzte Änderung am Dienstag, 09 Mai 2017 07:46
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten

Über den Verband

Kontakt

Folge uns