Internationale Kids Tour von Ausländern dominiert

-Die 25. Jubiläumstour beginnt mit Siegen für die Niederlande und Belgien-

„Same Procedure as every year“, so begann die Internationale Kids Tour für die Klassen U 13 und U 15 wieder mit jeweils einem Einzelzeitfahren über 10 bzw. 12 km im brandenburgischen Lehnitz bei Oranienburg, wo der Berliner Radsport Verband e.V. (BRV) nun schon seit einigen Jahren Gastfreundschaft genießt. Pünktlich um 14 Uhr ging als erster der Niederländer Christiaan van Rees an den Start, nachdem es für einige Teams vorher recht eng zu werden schien, da Verkehrsbeeinträchtigungen die rechtzeitige Anfahrt nach Oranienburg zum Pokerspiel werden ließen. Ein Verkehrsunfall in einer Baustelle in Richtung Berlin ließ auch den Vorsitzenden der Jury Klaus Tast aus Langenhagen fast verzweifeln, doch alle konnten nach 2 ½ Stunden im Stau noch gerade rechtzeitig zum Start gelangen.

Es ist schon fast wie bei einem großen Familienfest, in- und ausländische Sportler mit Betreuern und Angehörigen vermitteln wie jedes Jahr eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht. „Es ist einfach toll hier bei dieser Tour, die europaweit einmalig ist und die jungen Akteure zum einzigen internationalen Wettstreit zusammenkommen lässt“, diese Worte hörte man nicht nur einmal an diesem ersten Wettkampftag sowohl von den Akteuren und ihren zahlreichen Angehörigen, aber auch besonders von so erfahrenen Sportlichen Leitern wie Sandi  Papez aus Slowenien oder Raivis Belohvosciks aus Lettland, die hier mit den Youngstern am Start sind.

Gerade diese ehemaligen Profis verfügen in ihren Reihen über starke Fahrer in beiden Altersklassen, die am Ende sicher ein mitentscheidende Rolle spielen werden. Bei der U 13 zum Beispiel der Lette Arturs Nummurs, der sehr früh eine Bestzeit vorlegte und damit am Ende den guten 6. Platz belegte. Seine Zeit von 16:03,28  Minuten wurde später von fünf Fahrern unterboten, die alle unter 16 Minuten blieben, darunter mit Tilla Geisler vom Landesverband Brandenburg 1 (2.) und der Estin Elisabeth Ebras (5.) auch zwei Mädchen. Die Siegerzeit von Axel Roks vom Team Niederlande betrug 15:19,19 Minuten und dabei erreichte der junge Mann ein Stundenmittel von 39,165 km/h. Der dritte Platz ging an Linus Fahrendorff von Tuspo Weende-Göttingen vor dem Österreicher Nicolas Eder aus dem Team BMC Mittelfranken.

Für die einheimischen Fahrer aus Berlin gab es in dieser Altersklasse nichts zu holen, zumal die beiden Teams mit nur drei statt vier Fahrern an den Start gingen, nachdem Luis Engelhardt vom Radteam Cöpenick verletzungsbedingt ausgefallen war und sich Janike Maira Lode vom SC Berlin noch im Urlaub befand. Bester war schließlich Toni Holst vom SC Berlin auf Platz 76 unter den 111 Platzierten, so dass für beide Berliner Teams nur die beiden letzten Plätze in der vom Team  Estland gewonnenen Mannschaftswertung übrig blieben. Das pinke Trikot für das beste Mädchen durfte sich Tilla Geisler überstreifen, während Nicolas Eder das weiße Trikot für den besten Sportler des jüngeren Jahrgangs auf der morgigen 2. Etappe tragen wird.

In der Klasse U 15 gab es einige potentielle Siegkandidaten, von denen man aufgrund ihrer Vorjahresergebnisse bei dieser Tour hervorragende Leistungen erwarten durfte. Die guten Wetterbedingungen ließen gute Zeiten erwarten und so gab es am Ende auch zwei Fahrer, die die magische Grenze von 17 Minuten unterbieten konnten. Zunächst war es jedoch der starke Jaka Spoljar aus dem Team KK Adria Mobil, der mit 17:06,17 Minuten sehr früh eine glänzende Zeit realisierte, die lange nicht unterboten werden konnte. Hervorragend fuhren auch die beiden im Vorjahr noch bei der U 13 bestplatzierten Fahrer Toms Ustups und Frank Aron Ragilo vom Cannibal Team, die schließlich auf den Plätzen 7 und 6 landeten. Der Sieg ging an den drittletzten Starter Noah Detalle von LOTTO-VC Ardennes aus Belgien, der die zwischenzeitlich von Moritz Kärsten vom Landesverband Sachsen-Anhalt erzielte neue Bestzeit von 16:48,64 Minuten nochmals um vier Sekunden toppen konnte und damit vom obersten Podestplatz nicht mehr zu verdrängen war.

Die zwei hochgehandelten Siegfahrer aus Deutschland, Max-David Briese und Benet Metz von der Renngemeinschaft Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern, die in dieser Saison schon insgesamt 22 Siege herausgefahren haben, hatten mit dem Ausgang dieses Rennens nichts zu tun und landeten auf den Plätzen 33 und 36 und damit noch hinter dem besten Berliner Henning Sage vom Marzahner RC 94, der einen guten 28. Platz errang. Auch sein Vereinskamerad Robin Ruhe enttäuschte auf Platz 49 keinesfalls, so dass sie gemeinsam mit Tim Schulz vom SC Berlin, der den 59. Platz belegte, und Bruno Essinger, ebenfalls vom SC Berlin, in der Mannschaftswertung unter dem Patronat der AOK immerhin auf Platz 14 unter 37 Teams einkamen. Das Mädchenteam ausschließlich mit den Fahrerinnen des  SC Berlin Paula Leonhardt, Fabienne Jährig, Sandra Hainzl und Elena Jährig errang Platz 32, noch vor dem zweiten Team des Berliner Landesverbandes mit Erik Leonhardt und Enno Paul Rohde vom SC Berlin sowie Paul Quabs und Robby Pohl vom Marzahner RC 94, das den 34. Rang belegte. Die Führung hat das bärenstarke Team von KK Adria Mobil inne, das sich mit dem Cannibal Team auf Platz zwei beim morgigen Mannschaftszeitfahren ein mit Sicherheit spannendes Duell liefern wird.

Anna-Helene Zdun vom Landesverband Sachsen-Anhalt trägt als bestes Mädchen das pinke Trikot und hat dabei mit Thalea Mäder von Weiße Taube Breitenworbis auf Platz zwei eine starke Konkurrentin. Hier liegt Paula Leonhardt auf Rang 8 gut platziert, während ihr Bruder Erik bei den Sportlern des jüngeren Jahrgangs, der von Frank Aron Ragilo angeführt wird, auf dem 18. Platz liegt.

Am Samstag steht am Vormittag das Mannschaftszeitfahren auf dem Programm, während am Nachmittag die Straßenrennen im Gewerbegebiet Willmersdorf ausgetragen werden. Hier dürfte dann auch mit Max-David Briese und Benet Metz zu rechnen sein, die beim Zeitfahren im Vorfeld nicht so optimistisch waren. „Ein Platz unter die ersten 20 wäre schön“, sagte der sympathische Max-David Briese, dessen Wunsch sich aber nicht erfüllte. „Das Zeitfahren ist nicht gerade meine Stärke, ich fahre lieber auf Endspurt“, gab dagegen Benet Metz zu Protokoll, wohlwissend, dass er dazu noch Gelegenheit bekommen wird.

Bernd Mülle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Letzte Änderung am Sonntag, 27 August 2017 18:31
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