Berliner ermitteln ihre Straßenmeister wieder in Lübben

-  KED-Stevens Radteam Berlin dominiert bei der Elite –              

Fast schon traditionell ermittelten letzten Sonntag die Landesverbände Berlin und Brandenburg gemeinsam ihre Meister in der Disziplin Einer-Straße.

Mehrere LV-Meisterschaften an einem Veranstaltungsort zusammenzufassen, wird auch in anderen Bundesländern praktiziert, wie zum Beispiel in Wolfhagen für Hessen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und das Saarland, in Reinsdorf für Sachsen und Sachsen-Anhalt oder in Siggelkow für Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Schleswig-Holstein.

Wie in den letzten Jahren standen die Sportlerinnen und Sportler aus Brandenburg und Berlin dazu in Lübben am Start. Bei herrlichem Sonnenschein führte der eher flache Rundkurs trotz starken Windes fast in allen Rennen zu einem Finale, bei dem die Entscheidung erst auf der Zielgeraden im Sprint fiel.

Gerade dieser Sprint verlangt eine gute Taktik und hervorragende Fahrtechnik, um ganz vorne zu landen. Nur knapp 90 Meter vor der Ziellinie müssen die Aktiven durch eine 90 Grad Rechtskurve, deren linker Rand auch noch leicht abfallend ist. So gab es auch zwei, drei kritische Situationen mit Stürzen, wobei davon die Jugend U 17 auch im Zielsprint betroffen war. Dieser gefährlichen Situation ging Elias Richter vom Marzahner RC´94 komplett aus dem Weg, als er schon vor der Kurve mit seinem Antritt einige Meter Vorsprung herausholte. So wurde er ungefährdet Berliner Jugendmeister vor Justin Winzer vom RC Charlottenburg und Maximilian Meyer vom BRC Zugvogel.

Den zweiten Berliner Meistertitel feierte der Marzahner RC 94 durch Raul-Odin Voigt in der Schülerklasse U 15. Er siegte vor Florian Bondzau vom SC Berlin, während mit Sascha Telschow ein weiterer Marzahner Bronze gewann. Die mögliche dritte Goldmedaille für Marzahn in der U 13 verpassten hingegen knapp Paul Quabs und Robby Pohl als Zweiter und Dritter. Berliner Meister wurde hier Erik Leonhardt vom SC Berlin.

Sämtliche Platzierungen bei den Schülerinnen, sowohl in der U 13 als auch der U 15, teilten sich erneut der SC Berlin und der Marzahner RC 94, wobei der SC Berlin die meisten Medaillen errang. Die nun amtierenden Berliner Meisterinnen sind hier Janike Maira Lode in der U 13 und Paula Leonhardt in der U 15, beide vom SC Berlin.

Als Veranstalter der Meisterschaften sorgte der RSV Einheit Lübben besonders bei den Siegerehrungen für einen würdigen Rahmen. Die Sieger und Platzierten wurden von einer Fahrradrikscha vor die große Siegertribüne gefahren, die auch einer Deutschen Meisterschaft gerecht werden würde. Eine Hostess im typischen Spreewälder Gewand, der Bürgermeister der Stadt Lübben sowie Vertreter der Landesverbände überreichten die Medaillen und Ehrenpreise. Dabei konnten sich die Berliner Meisterinnen der Nachwuchsklassen über einen besonderen Ehrenpreis freuen. Torsten Schubert überreichte diesen im Namen des Berliner Vereins zur Unterstützung des Radsportnachwuchses – BURN – (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Darüber freuten sich auch Laura Lotter vom SC Berlin als neue Meisterin der weiblichen Jugend und Lina Rausch vom BRC Zugvogel 1901 bei den Juniorinnen.

Beide Klassen starteten und fuhren gemeinsam mit den Frauen über die gleiche Distanz. So konnte sich der Nachwuchs schon einmal mit älteren Jahrgängen messen. Dank des Rundkurses ohne einen einzigen Höhenmeter ging dies auch ganz gut und es gab einen Spurt des Feldes, bei dem auch die Jugend und Juniorinnen vertreten waren. Natürlich gab es eine getrennte Wertung mit dem Sieg von Sabine Dittmann vom RSV Werner Otto bei den Frauen, die vor Maxie Rathmann von BRC Semper 1925 und Cornelia Brückner von Velox Berlin neue Berliner Meisterin der Frauen wurde.

In den Seniorenklassen bewegte vor allem das Rockefeller Cycling Team das Feld, was am Ende nicht ganz belohnt wurde. Bei den Senioren 2 musste sich Christian Lamczyk als Zweiter dem Sieger Jörn Hoffmann vom BRC Semper 1925 geschlagen geben. Allerdings gehören zu den „Rockefellern“ auch Brandenburger Sportler, die dort die ersten beiden Plätze einnahmen. Berliner Meister der Senioren 3 wurde Joern Kinzel vom RC Berliner Bär vor Jens-Uwe Pfeiffer vom RV Berlin, während bei den Senioren 4 Uwe Gabbert von Velox Berlin die Nase vorn hatte und Michael Ziege von den Zehlendorfer Eichhörnchen auf Platz zwei verwies.

Das Rennen der Elite Männer wurde vom KED-Stevens Radteam Berlin mit seinen Fahrern vom Berliner TSC beherrscht, die die Medaillen unter sich ausmachten und schließlich in der Reihenfolge Sebastian Schmiedel, Malte Jürß und Erik Schubert auf den drei Podiumsplätzen landeten. Darüber hinaus erreichten ihre Team- und Vereinskameraden Hannes Augustin und Tobias Magdeburg noch die Plätze 5 und 7. Dahinter folgten auf den Rängen 8 und 9 mit Christopher Schulz und Jeremy Lendowski von den Zehlendorfer Eichhörnchen zwei weitere Fahrer, die dem KED-Stevens Radteam angehören.

In Erinnerung bleiben Rennen bei schönen äußeren Bedingungen, die aber aufgrund der Größe der Starterfelder den Berliner Vereinen einige Sorgen bereiten dürften. Auch wenn einige Fahrer durch Krankheiten oder andere Planungen fehlten, so hält der Rückgang der Radsport treibenden Starter an und verlieren somit auch die Meistertitel an Bedeutung. Bleibt zu hoffen, dass am Ende der sich abzeichnende Überlebenskampf der Vereine positiv ausgeht.

Im Rennen der Junioren gab es den Sieg von Poul Rudolph vom Radteam Cöpenick, der Josh Mechsner vom Berliner TSC und den favorisierten Karlo Brüser vom SC Berlin distanzieren konnte und sich somit aufgrund seiner derzeit hervorragenden Form den Meistertitel sicherte.

Text: Thomas Hildebrandt, Jörg Wittmann (Ergänzungen Bernd Mülle)

Berlins Nachwuchs kämpft um Omniumtitel

- Zweitägige Veranstaltung mit knappen Entscheidungen -

Vorab sei einmal ein Lob auszusprechen für all die Verantwortlichen, die eine derartige Veranstaltung durch ihren nimmermüden Einsatz erst möglich machen! Das gilt für die Jurymitglieder ebenso wie für die Personen, die am Rundenanzeiger oder bei der Ergebniserstellung mit wachsamen Auge die vielen Wettbewerbe verfolgen. 

Sie alle haben dafür gesorgt, dass diese letzten Berliner Meisterschaften dieses Jahres wieder einmal reibungslos über die Bühne gegangen sind. An zwei aufeinander folgenden Mittwochnachmittagen (02. bzw. 09.12.2015) waren zum Jahresabschluss die Jüngsten des Berliner Radsports gefordert, um ihre Omniummeister zu ermitteln.

Von der Schülerklasse U 13, der U 15 bis hin zur Jugend trat der weibliche und männliche Nachwuchs in diversen Wettbewerben wie 100 m fliegend, eine Runde mit stehendem Start, Rundenrekordfahren, 500 m Zeitfahren, 2000 m Einzelverfolgung, Ausscheidungsfahren, Scratchrennen und Punktefahren aufeinander und dabei gab es mitunter ganz hauchdünne Entscheidungen.

Der Radsport auf Talentsuche

- Die vom LSB organisierte Talentiade wird vom Berliner Radsportverband unterstützt -

Am 12. Dezember fand im Rahmen der Aktion „Berlin hat Talent“ in der Werner Seelenbinderhalle/Velodrom in Lichtenberg in der Zeit von 9 bis 14 Uhr für 120 Kinder der 3. Klassen eine Sichtung statt, die vom Landessportbund Berlin (LSB) organisiert wurde.

In zwölf unterschiedlichen Sportarten konnten die Kids ihr sportliches Können bzw. ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Das Programm, das im Februar angelaufen ist, dient dazu, Berliner Schüler im Grundschulalter zum Sporttreiben zu bewegen.

Unter den ca. 12 Sportarten, die angesprochen wurden, war auch der Radsport vertreten, der an dieser Maßnahme mit dem beim Marzahner RC 94 äußerst engagierten Ehepaar Lemke teilnahm.

Eigens hierfür hatte der Verein drei Tacx Rollentrainer zur Verfügung gestellt, die von den Kindern genutzt bzw. ausprobiert werden konnten. Es waren etwa 15 Kinder, die sich radsportinteressiert zeigten, denen je nach Wohnort die für sie wichtigen Vereine SC Berlin, Berliner TSC und Marzahner RC 94 empfohlen wurden.

Finale der Offroadwinterserie in Linthe

- Elias Richter fand in Jost Zankel seinen Bezwinger -

Der vierte und letzte Lauf der Berliner Offroad-Winterrennserie 2015, die für Lizenz- und Hobbyfahrer offen war, fand auf dem ADAC Testgelände in Linthe statt, wo bei äußerst kaltem und böigem Wind aber trockenem Wetter den Rennfahrern noch mal einiges abverlangt wurde. Am Ende wurden in nicht weniger als neun Lizenz- und drei Hobbyklassen die Gesamtsieger gekürt und dabei konnte man sich über interessante Starterfelder nicht beklagen.

Der just for fun teilnehmende Elias Richter vom Marzahner RC 94, der die ersten drei Austragungen in der Jugendklasse allesamt gewann, fand im Abschlußrennen in Jost Zankel vom Spandauer RV 1891, einem Crossspezialisten, seinen Meister, der ihn aber in der Gesamtwertung nicht mehr gefährden konnte, da er nur dieses eine Rennen bestritt. Das Bahn- und Straßentalent Elias Richter erreichte 119 Punkte und siegte vor Nils Andratschke von den Zehlendorfer Eichhörnchen und Patrick Dietze vom Radteam Cöpenick, die beide auf 107 Punkte kamen, wobei der Zehlendorfer im letzten Rennen um einen Platz besser platziert war und damit Zweiter wurde.

Bei den Schülern U 15 konnten sich immerhin 29 Fahrer platzieren und mit Henning Sage vom BRC Semper gab es einen weiteren Berliner Erfolg, der mit 102 Punkten und einem vierten Platz im letzten Lauf sichergestellt werden konnte. Nur zwei Läufe hatte Sascha Telschow vom Marzahner RC 94 bestritten und dabei die Plätze 4 und 6 belegt, doch die erzielten 52 Punkte reichten „nur“ zum 10. Platz in der Gesamtwertung.

Siegerin des abschließenden Frauenrennens wurde Yvonne Fiedler von der Schöneberger RV Iduna, die auch nur ein Rennen absolvierte und den Gesamtsieg der Zweitplatzierten Sam Sandten vom SV Kloster Lehnin mit 115 Punkten überlassen musste. Die vor dem letzten Lauf noch führende Eileen Kannis vom BRC Semper wurde Tagesdritte und mit gleicher Punktzahl wie Sam Sandten musste sie sich mit dem zweiten Gesamtplatz zufriedengeben.

Bei den Kleinsten der Klasse U 11 feierten zwei neue Gesichter des RV Lichterfelde-Steglitz einen Doppelsieg. Mit 115 Punkten war Finn-Marten Wagner vor seinem Vereinskameraden Erik Arns, der 114 Punkte erreichte, und den beiden Fahrern des SC Berlin, Tim Siebert und Armin Hartig erfolgreich. In dieser Klasse hatten die Berliner Teilnehmer von den Fahrern aus dem Umland nur wenig zu befürchten. Anders lief es bei den Schülern U 13, wo Eric Domann vom RSV Blankenfelde mit 117 Punkten und dem Sieg in Linthe den Gesamterfolg vor Laurenzo Rehfeldt vom RSC Sturmvogel Potsdam mit 115 Punkten sicherstellte. Hier landete als bester Berliner Enno Paul Rohde vom SC Berlin mit 100 Punkten auf dem vierten Platz.

Sieger bei den Junioren wurde mit 90 Punkten Leon Maurice Witt vom RC Kleinmachnow, der mit nur drei Gegnern zu kämpfen hatte. Unter ihnen war auch der Berliner Maximilian Karasch vom BRC Semper, der den dritten Platz mit 84 Punkten belegte. Etwas mehr Konkurrenz hatte der Sieger der Männerklasse Erik Schulze vom RTS Luckenwalde, der aber aufgrund der Tatsache, dass er als einziger alle vier Rennen bestritt, mit 112 Punkten in der Gesamtwertung seinen Gegnern dennoch überlegen war. Aber zwei Siege von Max Walsleben vom Team Stuttgart und je einer von Justin Rudolph vom Radteam Cöpenick sowie von Raphael Schröder vom RC Kleinmachnow unterstrichen doch sehr deutlich, dass

die nur zwei- bzw. einmal gestarteten Fahrer bei Beteiligung an allen Rennen im Vorteil gewesen wären.

Während bei den Senioren 2-4 Thomas Hebestreit vom Radteam Borgsdorf siegte, war es der Berliner Andre Bauroth vom RC Charlottenburg, der bei den Senioren 1 den Zweikampf gegen Martin Peters vom BRC Zugvogel mit 108 gegenüber 106 Punkten für sich entschied.

Insgesamt gesehen ist die von mehreren Vereinen inszenierte Offroadserie sehr zu begrüßen, denn sie bietet auch in den Herbst- und Wintermonaten den Radsportlern gute Beschäftigung. Es ist allerdings sehr schade, dass nicht alle Fahrer an allen Rennen teilnehmen und somit die Gesamtwertungen ein mitunter etwas schiefes Bild abgeben. Die Ergebnisse nicht nur bei den Männern sollten Anlaß sein, darüber nachzudenken, inwiefern hier in Zukunft für eine leistungsgerechtere Regelung gesorgt werden kann.

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