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Toller Sport beim 64. Lichterfelder Rundstreckenrennen

- Alle Altersklassen beim Renntag vertreten –

Was wäre Berlins Radsport ohne seine leider nur noch wenigen Vereine, die es trotz aller Schwierigkeiten immer wieder schaffen, Radrennen in unserer Stadt zu organisieren? Sei es der RC Charlottenburg oder wie am vergangenen Samstag die Zehlendorfer Eichhörnchen gemeinsam mit dem RV Lichterfelde-Steglitz, die mit ihrem 64. Lichterfelder Rundstreckenrennen einmal mehr für einen rundum tollen Renntag sorgten, der bei sommerlichen Temperaturen viele Zuschauer anlockte.

Nachdem der Berliner Radsport Verband e.V. (BRV) in der letzten Woche wieder einmal durch den überraschenden Rücktritt seines Präsidenten Ralf Zehr für negative Schlagzeilen gesorgt hatte, war zwar genügend Gesprächsstoff vorhanden, aber die Konzentration galt in erster Linie den Rennen der insgesamt sieben Altersklassen und den spektakulären Laufradrennen der Kleinsten. Die Zwei- bis Vierjährigen waren mit Begeisterung bei der Sache, um sich am Ende als Lohn eine Eiskugel abzuholen, bei den heißen Temperaturen eine willkommene Abwechslung.

Die für den Renntag verantwortlichen Karsten Podlesch und Hans-Joachim Schubert hatten mit ihren vielen Helfern alle Hebel in Bewegung gesetzt und rund um den Ludwig-Beck-Platz im Rahmen der 66. Steglitzer Woche für ein erneut großartiges Radsportevent gesorgt. Unterstützt von der Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf Cerstin Richter-Kotowski und allen politischen Parteien im Bezirk, den vielen Sponsoren sowie auch den Beteiligten der Streckenabsperrung und –sicherung gab es attraktive und spannende Rennen sogar mit einem aktuellen Weltmeister am Start. Kein Geringerer als Theo Reinhardt von Heizomat rad-net.de, amtierender Weltmeister im Madison mit Roger Kluge, zählte nach seinen Siegen in den Rundstreckenrennen von Buchholz, Oberhausen und Gelsenkirchen auch hier zum engsten Favoritenkreis. Am Ende sprang Platz zwei heraus, nachdem er sich dem starken Philipp Walsleben vom P&S Team Thüringen beugen musste, der nach seiner langjährigen Cross-Laufbahn nun immer mehr im Rennsport für Furore sorgt. Mit dem Sieg bei der Baltyk-Karkonosze Tour Mitte Mai hatte er schon die Experten beeindruckt und es scheint, dass mit ihm auf der Straße noch zu rechnen ist.

Beim Nachwuchs nimmt nach wie vor der SC Berlin eine Sonderstellung ein, die durch den Doppelsieg von Toni Holst vor Benjamin Kühne-Fernandez bei den Schülern U 13 einmal mehr unterstrichen wurde. Aber auch der Marzahner RC 94 ist bekanntlich beim Nachwuchs stark vertreten, wo es in Lichterfelde bei der U 11 durch Theodor Borchert einen Sieg gab und Felix Fleischmann bei der U 15 den zweiten Platz hinter Nicolas Zippan vom RSV Königswusterhausen/Wildau belegte. Bei der Jugend siegte Kieron Steinmann vom RSC Cottbus vor dem Strausberger David Eppert und Jason Hablowetz vom RSC Cottbus, bevor Sascha Telschow vom Marzahner RC 94 als bester Berliner auf Platz vier einkam.

Berlins zuletzt so erfolgreiche Junioren mussten in ihrem Rennen Johannes Scharr aus Leipzig den Vortritt lassen, wobei Calvin Dik vom RSV Werner Otto als Zweiter den Führenden in der Rad-Bundesliga Maurice Ballerstedt vom SC Berlin noch auf den dritten Podiumsplatz verwies. Auch bei den Senioren 2, 3 und 4, die gemeinsam ihr Rennen bestritten, gab es einen auswärtigen Erfolg durch Enrico Viohl vom RSV Osterweddingen, der Matthias Geue vom RSV Werner Otto das Nachsehen gab.

An dieser Stelle ein Dank an die Veranstalter, die mit einem äußerst engagierten Team unter Beweis stellten, dass Radsport in der Hauptstadt auch unter den bekannt erschwerten Bedingungen möglich ist. Es scheint, dass eine Kooperation von zwei oder gegebenenfalls auch mehreren Vereinen Unmögliches möglich machen und Berlins Radsport wieder mehr ins Rampenlicht führen kann. Ob ein derzeit stark geschwächter Verband dabei eine durchaus wichtige Hilfe sein kann, steht zunächst mal in den Sternen.

Bernd Mülle

  

Michael Lemke

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