Erster WorldTour Sieg für Maximilian Schachmann

- Im Zweierspurt hat Diego Rubio keine Chance –

Ein Berliner Junge, aus dem Marzahner RC 94 und dem SC Berlin hervorgegangen, hat auf der aufgrund von schlechten Witterungsbedingungen verkürzten 6. Etappe der Volta Ciclista a Catalunya den bereits 19. Sieg (!) seines Teams Quick-Step Floors herausgefahren und damit seiner noch jungen Profilaufbahn bislang die Krone aufgesetzt. „Es war heute unglaublich hart und ich habe nur gefroren, aber ich habe mich gut gefühlt, so dass ich meine Chance beim Schopf packte“, gestand der Nachwuchsprofi aus dem bislang nach Siegen erfolgreichsten Team der WorldTour. Nach Remi Cavagna aus Frankreich, Fabio Jakobsen aus den Niederlanden und Alvaro Jose Hodeg aus Kolumbien ist er nun der vierte Nachwuchsfahrer des Teams, der in diesem Jahr seinen ersten Profisieg errungen hat.

Was ist dieser Junge nur für ein Talent, der auf der nur 117 km langen Etappe von Pobla de Segur nach Torrefarrera schon früh als Ausreißer die Flucht ergriff? Es lag am Schneefall, dass nach der 3. Etappe auch an diesem Tag die Strecke verkürzt werden musste und dennoch wurde es eine hammerharte Etappe, die den Fahrern einiges abverlangte. Dabei schien es dennoch eher eine Etappe für die Sprinter zu sein und so meldeten sich – wie in solchen Fällen üblich - mit Andrei Grivko aus der Ukraine vom Astana Pro Team und dem Franzosen Jeremy Maison von Fortuneo-Samsic früh zwei Ausreißer, die aber schnell wieder gestellt wurden. Nach etwa 15 Kilometern waren es dann der Spanier Diego Rubio von Burgos-BH und Maximilian Schachmann, die bei ständigem Regen und relativ niedrigen Temperaturen in hervorragender Zusammenarbeit einen Vorsprung von nahezu vier Minuten herausfuhren. Auch 70 Kilometer vor dem Ziel nach dem einzigen Anstieg des Tages, betrug ihr Vorsprung immer noch drei Minuten.

Bei den bekannten Zeitfahrqualitäten des Berliners schien es durchaus möglich, dass die beiden Führenden ihren Ausreißversuch erfolgreich beenden könnten, zumal auch der Spanier sich an der Führungsarbeit intensiv beteiligte. Aber der Vorsprung verringerte sich sukzessive aufgrund der Nachführarbeit der Teams, die mit einer Sprintankunft rechneten. Doch sie hatten die Rechnung ohne das stark seinen Vorsprung verteidigende Duo gemacht, die letztlich 18 Sekunden Vorsprung ins Ziel retten konnten. Klug die Fahrweise des Berliners, der als Zweiter auf die Zielgerade eingebogen war und dann unwiderstehlich am Spanier vorbeizog und über seinen ersten großen Profierfolg jubeln durfte.

Den Spurt der ersten großen Gruppe des Hauptfeldes um den dritten Rang gewann mit dem Iren Sam Bennett ein Fahrer aus dem deutschen Team BORA-hansgrohe, während alle Favoriten auf den Gesamtsieg zeitgleich ins Ziel kamen. Eine zweite größere Gruppe verlor über drei Minuten, nachdem sich aufgrund böiger Windverhältnisse rund 30 Kilometer vor dem Ziel das Peloton geteilt hatte. Nach seiner langwierigen Verletzung aus dem Vorjahr hat sich Maximilian Schachmann gut erholt und befindet sich seit der Dubai Tour im Februar wieder voll im Einsatz. Sein 7. Platz in der Gesamtwertung der Volta ao Algarve in Portugal und der zweite Platz beim Classic de l’Ardeche hinter dem Franzosen Romain Bardet von AG2R La Mondiale haben schon aufhorchen lassen, aber dieser heutige Sieg hat bestätigt, dass mit dem Berliner auch in Zukunft zu rechnen ist. Er berechtigt nicht nur als Zeitfahrer zu den schönsten Hoffnungen im deutschen Radsportlager, vielmehr dürfte Maximilian Schachmann auch ein Mann für kleinere Rundfahrten sein, wo er eine bestimmende Rolle spielen sollte.

Bernd Mülle

 Quelle: Facebookseite Maximilian Schachmann

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